2001 Ford Fiesta Mk V – Fahrbericht – Mit einem Kleinwagen auf Roadtrip

2001 Ford Fiesta Mk V – Fahrbericht – Mit einem Kleinwagen auf Roadtrip

Im Jahr 2010 war es soweit. Zusammen mit einem Freund ging es in Richtung Skandinavien und das mit dem alten Ford Fiesta meiner Eltern. Mit einem Kleinwagen auf Roadtrip, ist das überhaupt möglich? Viele werden sagen, dass das schon ganz schön unbequem sein kann, doch für uns war es damals die große Freiheit mobil zu sein.

Zu Beginn der Reise nach Norwegen haben wir im Fiesta übernachtet um die Fähre in Hirtshals (Dänemark) zu erreichen
Zu Beginn der Reise nach Norwegen haben wir im Fiesta übernachtet um die Fähre in Hirtshals (Dänemark) zu erreichen

Auch der erste Roadtrip von Pauline und mir im Sommer 2011 nach Italien und Südfrankreich, absolvierten wir in dem kleinen Ford Fiesta. Irgendwie war es schon cool, mit dem Kleinwagen auf Roadtrip zu sein und dennoch alles was wichtig war unterzubekommen. Das hat so gut funktioniert, dass wir ein Jahr später noch einmal losgezogen sind.

Zu unserem ersten gemeinsamen Roadtrip nach Norditalien und Südfrankreich haben wir auch einen Reisebericht mit vielen Bildern auf unserem Blog veröffentlicht.

Diesmal führten uns die Straßen sogar noch weiter. Bis nach Santiago de Compostela in Nordspanien. All diese Kilometer spulte der kleine Ford ohne Schwierigkeiten ab.

Auch zu unserem Roadtrip mit Zelt nach Nordspanien haben wir einen Reisebericht geschrieben. Spektakulär war hier vor allem ein Campingplatz an der Steilküste Asturiens.

Sicherlich, an heutigen Maßstäben gemessen, war das nicht das bequemste, schnellste, was auch immer Auto. Aber der Kleinwagen hat mir drei grandiose Roadtrips beschert und daher denkt man immer wieder an dieses Modell. Nun wollen wir euch unseren legendären Roadtrip-Fiesta näher vorstellen, auch wenn der Wagen mittlerweile nicht mehr Teil der Familie ist.

Wie groß ist der Ford Fiesta?

Der Ford Fiesta ist circa 3,83 Meter lang, 1,33 Meter hoch und 1,63 Meter breit (ohne Außenspiegel) und entspricht damit von der Größe her einem Kleinwagen. Und zwar noch einem richtigen Kleinwagen, heutzutage sind diese Modelle ja auch schon über 4 Meter lang. Weitere technische Daten finden sich in den Datenblättern des ADAC.

Meist hat der kleine Fiesta die Parklücken nicht mal ansatzweise ausgenutzt und gebraucht (Parkplatz an den Lagos de Covadonga in Asturien während unserem Trip nach Nordspanien. Kleinwagen auf Roadtrip)
Meist hat der kleine Fiesta die Parklücken nicht mal ansatzweise ausgenutzt und gebraucht (Parkplatz an den Lagos de Covadonga in Asturien)

Mit seiner Handlichkeit und dem kompakten Wendekreis von 9,9 Metern waren auch die engen Straßen so mancher italienischen oder spanischen Altstadt kein Thema für den Fiesta. Auch Parkplätze hat man eigentlich immer gefunden.

Wie viel Gepäck passt in einen Ford Fiesta?

Wir waren also dreimal mit einem Kleinwagen auf Tour durch Europa. Da wir dabei jedes Mal das Zelt dabei hatten, gab es auch einiges an Ausrüstung und so weiter, was transportiert werden musste.

Von Haus aus ist der Fiesta hier naturgemäß eher schwach aufgestellt. Mit 250 Litern Kofferraumvolumen kommt man natürlich nicht weit. Doch wir haben uns einfach ein deutlich größeres Stauvolumen verschafft. Dafür demontierten wir die Rückenlehne der Rücksitzbank und erzeugten damit eine große und vor allem weitestgehend ebene Ladefläche.

Gepäck in einem Ford Fiesta aus dem Jahr 2001. Mit Kleinwagen auf Roadtrip war für uns dadurch super möglich, wenn wir die Lehne der Rücksitzbank ausgebaut hatten.
Durch die ausgebaute Rücksitzlehne ergab sich genug Stauraum in dem kleinen Auto

Auf diese Weise haben wir unser Gepäck immer so gut untergebracht, dass man sogar noch einen Teil der Heckscheibe durch den Innenspiegel überblicken konnte.

Der Ford Fiesta mit trocknenden Handtüchern
Der Ford Fiesta mit trocknenden Handtüchern auf einem Campingplatz in Evje (Norwegen)

Und auch auf den Campingplätzen ließ sich das Auto vielseitig nutzen. So mussten die Vordersitze schon als Campingstühle herhalten, wenn wir keine anderen Sitzmöglichkeiten vorfinden konnten. Oder eben als Wäscheständer und zum Trocknen von Handtüchern.

Wie sitzt man in einem Ford Fiesta?

Okay, zugegeben. Großartigen Sitzkomfort darf man hier nicht erwarten. Auch keine Massagesitze, Sitzheizung oder andere Annehmlichkeiten. Alles in allem bietet das dreitürige Modell jedoch genug Platz um auch Fahrer mit einer Körpergröße von 1,85 unterzubringen.

Allerdings sehen wir den Fiesta als Reiseauto für zwei Personen. Mehr geht aufgrund des Gepäcks nicht und, wenn die Sitze für die Personen vorne halbwegs bequem eingestellt sind, dann passt hinten kein Bein mehr zwischen Sitzbank und Vordersitz.

Vorne konnten wir sehr gut sitzen, aber auf der Rückbank wäre auch ohne Gepäck nicht mehr viel Platz gewesen. Ford Fiesta in Skandinavien. Kleinwagen auf Roadtrip.
Vorne konnten wir sehr gut sitzen, aber auf der Rückbank wäre auch ohne Gepäck nicht mehr viel Platz gewesen (Parkplatz im Fjäll während des Roadtrips durch Norwegen)

Nach vielen Kilometern hatten wir die für uns perfekte Sitzposition gefunden. Viel einstellen konnte man nicht. Das Lenkrad war fix und starr, ließ sich nicht verstellen. Lediglich der Fahrersitz ließ sich in Höhe und Position verändern. Der Beifahrersitz ließ sich nur vor und zurück schieben.

Für uns war das damals absolut ausreichend und wir konnten selbst die über 2.000 Kilometer von Deutschland nach Spanien zurücklegen ohne danach nicht mehr Laufen zu können. Die Sitze des Dacia Dusters, unseres Mietwagens in Albanien, waren da auf jeden Fall weniger komfortabel.

Wie fährt sich der Ford Fiesta und wie viel Benzin verbraucht er?

Auf jeden Fall ein interessanter Aspekt was den Kleinwagen anbelangt. Denn mit seinem 1,3 Liter Benzinmotor ist der Ford Fiesta mit nicht gerade sportlichen 60 PS motorisiert. Auch die 103 Nm reißen jetzt nicht gerade Bäume aus, auch wenn das Auto gerade mal eine gute Tonne wiegt.

Mit viel Gepäck beladen (Zuladung liegt knapp über 400 Kilo), ist man dann nicht mehr weit entfernt von der berühmten Wanderdüne. Doch im Grunde ist man nur auf deutschen Autobahnen ein Verkehrshindernis. Hier macht es wirklich wenig Spaß mit dem Fiesta, da man ewig braucht um mal überholen zu können.

Im Ausland dagegen kann man, einmal auf die erlaubte Geschwindigkeit beschleunigt, super mitschwimmen. Je nach Fahrweise waren wir auf jeden Fall nicht die Langsamsten.

Zu schnelles Fahren bietet sich ohnehin nicht an, da es im Innenraum schon ab 120 sehr sehr laut wird. Man kann sich dann kaum noch unterhalten. Aufgrund der defekten Klimaanlage mussten wir im Sommer die Fenster einen Spalt öffnen und dann war es nochmals lauter im Wagen.

Tempo 100 Km/h schafft man mit dem Ford Fiesta noch recht gut. Tachoskala mit Zeiger bei 100 Km/h
Tempo 100 Km/h schafft man mit dem Ford Fiesta noch recht gut

Außerdem wirkt sich das Fahren mit Geschwindigkeiten über 120 massiv auf den Verbrauch aus und die Höchstgeschwindigkeit ist ohnehin bei 155 Km/h erreicht. Wir haben uns oft dazu entschieden langsamer zu fahren und dafür etwas seltener tanken zu müssen. Mit 40 Litern Tankinhalt kommt man nämlich nicht allzu weit, wenn man die maximale Geschwindigkeit ausreizt. Dann verbraucht der Fiesta gerne über 8 Liter.

Im Schnitt konnten wir den Ford jedoch mit guten 7 Litern bewegen und in Norwegen haben wir sogar Verbräuche um die 5 Liter hinbekommen. Generell sollte man sich darauf einstellen öfter tanken zu fahren. So alle 400 Kilometer waren wir im Schnitt an einer Tankstelle.

Wie ist der Ford Fiesta ausgestattet?

Auch in diesem Kapitel darf man sich nicht zu viel erwarten. Wir sprechen hier immerhin von einem Kleinwagen, welcher noch in den 90er Jahren entwickelt wurde. Doch etwas mehr als ein Dach und vier Räder hat man dann doch.

Unser Fiesta war eigentlich mit einer Klimaanlage ausgestattet, doch diese war bereits defekt, sodass man im Sommer einfach die Fenster runtergekurbelt hat. Auf unseren Fahrten durch den Süden war das eigentlich oft ein Muss unterwegs.

Navi an der Scheibe eines Ford Fiesta im regnerischen Verona in Italien
Ohne Klimaanlage sind bei Regen und hoher Luftfeuchtigkeit gerne auch die Scheiben beschlagen, wie hier in Verona. Navi gab es natürlich auch nicht, daher noch die mobile Variante

Die Fenster mussten noch gekurbelt werden und die Spiegel von Hand eingestellt werden. Letzteres war immer wieder nervig, denn um den Außenspiegel der Beifahrerseite einzustellen, musste man sich rüberbeugen. Dadurch war es schwer, die perfekte Einstellung hinzubekommen.

Ursprünglich verbaut war ein Radio mit Kassettendeck, welches wir gegen ein modernes Radio ausgetauscht hatten. Somit konnten wir CD’s hören und sogar einen USB-Stick anschließen.

Ansonsten hat man ganz klassische Instrumente verbaut. Drehzahlmesser links, Tacho in der Mitte und rechts dann Tankanzeige sowie Kühlwassertemperaturanzeige. Einen Bordcomputer gibt es nicht, aber immerhin werden die Kilometer schon digital angezeigt.

Tachoanordnung im Ford Fiesta
Tachoanordnung im Ford Fiesta

Und im Grunde genommen war es das dann auch schon. ABS war vorhanden, Servolenkung auch. Ansonsten gab es keine weiteren Hilfsmittel, von ESP oder einem Tempomaten ganz zu schweigen.

Im Grunde genommen ist das Auto einfach gefahren ohne groß abzulenken. Das Wichtigste für Roadtrips war vorhanden, nämlich das Radio. Wir hören unterwegs gerne Hörspiele oder Hörbücher um uns damit die Zeit zu vertreiben.

Unser Fazit zum Ford Fiesta nach insgesamt drei Roadtrips durch Europa

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir gerne an unsere Roadtrips mit dem Ford Fiesta zurückdenken. Das kleine Auto war einfach ein zuverlässiger Reisebegleitet. Ist immer angesprungen und hatte uns nie mit einer Panne oder einem technischen Defekt negativ überrascht.

Natürlich gibt und gab es bequemere Fortbewegungsmittel und ein Kleinwagen auf Roadtrip ist für viele Menschen nicht die erste Wahl. Doch für uns hat das gepasst und wir waren sehr zufrieden unterwegs mit dem Kleinen.

Ford Fiesta in Norwegen mit Blick auf einen See
Wir denken gerne an den Ford Fiesta zurück

Gepäck hat immer genug Platz gefunden, das Auto selbst auch, wenn wir mal einen Parkplatz gebraucht haben und im Ausland war auch die niedrige Höchstgeschwindigkeit nicht sonderlich Ausschlaggebend. Nerviger war da schon der kleine Tank und die daraus resultierende geringe Reichweite zwischen den Tankstopps.

Mit dem Ford Fiesta in Norwegens Wäldern unterwegs
Mit dem Ford Fiesta in Norwegens Wäldern unterwegs

Dennoch war unser Roadtrip nach Nordspanien im Jahr 2012 der Letzte mit dem Fiesta meiner Eltern, denn sie haben ihn dann weggegeben und ein moderneres Auto angeschafft. Wir denken gerne an den Kleinen zurück und unser erstes eigenes Auto war dann tatsächlich auch ein solcher Ford Fiesta. Mit anderer Farbe, anderer Ausstattung, aber gleiches Modell und gleicher Motor. Aber das ist eine andere Geschichte.

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