2011 Honda Civic VIII 1.8 Sport – Fahrbericht

2011 Honda Civic VIII 1.8 Sport – Fahrbericht

Wie kamen wir eigentlich dazu uns einen Honda Civic VIII zuzulegen? Noch während unserem Studium haben wir ein Auto benötigt um zu den entlegenen Praktikumsbetrieben zu gelangen. Da kam uns ein alter Ford Fiesta gerade recht. Dieser war günstig im Unterhalt und konnte oft sogar von uns selbst repariert werden.

Blauer Ford Fiesta Baujahr 2000 auf Anhänger
So sah er aus, unser alter Ford Fiesta

Es war das gleiche Modell wie der alte Fiesta meiner Eltern mit dem wir schon Roadtrips nach Italien und sogar bis nach Galicien in Nordspanien erlebt hatten.

Den Ford Fiesta unserer Roadtrips stellen wir in einem gesonderten Beitrag detailliert vor.

Doch irgendwann war es soweit und der Zahn der Zeit nagte an dem blauen Kleinwagen. Vor allem der Rost war überall vorzufinden. An den Radläufen, eine häufige Krankheit der Ford Fiestas aus den 2000ern, aber auch in Form von defekten ABS-Sensoren oder massiven Drehzahlschwankungen. Wir suchten also nach einem moderneren Auto, welches bezahlbar und zugleich spaßig zu fahren ist, aber auch genug Stauvolumen für unsere Urlaube mit Zelt bieten kann. Nach langer Recherche stießen wir auf den Honda Civic VIII und schlugen zu. Für die nächsten Jahre sollte das unser eigenes Auto werden.

Unser Honda Civic VIII frisch nach dem Kauf
Unser Honda Civic frisch nach dem Kauf

Vor- und Nachteile des Honda Civic VIII

Vorteile

  • Viel Staufläche und Variabilität trotz kompakter Abmessungen
  • Fahrspaß bei akzeptablem Verbrauch
  • Technische Zuverlässigkeit
  • Sportliches Fahrgefühl
  • Design (entweder man liebt es oder man hasst es)

Nachteile

  • Großer Wendekreis und Unübersichtlichkeit trotz kompakter Abmessungen
  • Hohe Lautstärke im Innenraum bei hoher Autobahngeschwindigkeit
  • Geringe Bodenfreiheit

Wie groß ist der Honda Civic VIII?

Der Honda Civic ist circa 4,25 Meter lang und 1,46 Meter hoch sowie 1,76 Meter breit (ohne Außenspiegel) und entspricht damit von der Größe her einem Kompaktwagen. In Deutschland auch als Golfklasse bekannt, auch wenn vor allem das Äußere mit dem Design des Golfs nur wenig gemein hat. Weitere technische Daten finden sich in den Datenblättern des ADAC.

Im Grunde bietet der Honda Civic VIII noch kompakte Abmessungen, auch wenn er recht unübersichtlich ist
Im Grunde bietet der Honda Civic VIII noch kompakte Abmessungen, auch wenn er recht unübersichtlich ist

Heutzutage haben ja schon Kleinwägen oftmals eine Länge von annähernd 4 Metern, sodass der 2011er Civic noch als recht kompakt einzustufen ist. Jedoch ist sein Wendekreis von 11,8 Metern nicht so ganz zur Fahrzeugklasse passend. Dieser stellte uns vor allem in engen Gassen oder Parkhäusern auf die Probe, vor allem im Zusammenspiel mit der schwer einzuschätzenden Karosserie.

Präzises Einparken ist mit dem unübersichtlichen Honda Civic gar nicht so einfach.
Präzises Einparken ist mit dem unübersichtlichen Honda Civic gar nicht so einfach.

Wie viel Gepäck passt einen Honda Civic VIII?

Mit einem Kleinwagen waren wir dreimal auf Tour durch Europa. Jedes Mal mit Zelt und zugehöriger Ausrüstung. Das geht also zu zweit im Wagen alles irgendwie. Von unserem Honda Civic erwarteten wir uns hier jedoch mehr Souveränität und vor allem eine gut nutzbare Staufläche ohne die Rückbank komplett demontieren zu müssen, wie in unserem ersten Auto.

Und in der Tat ist der Honda Civic VIII für einen Kompaktwagen hier sehr gut aufgestellt. Sowohl was das Stauvolumen anbelangt als auch hinsichtlich der gebotenen Variabilität. Für Letztere sind beispielsweise die sogenannten Magic Seats verantwortlich.

Der Kofferraum des Honda Civic VIII bietet ordentlich viel Stauvolumen, auch ohne umgeklappte Lehnen
Der Kofferraum bietet ordentlich viel Stauvolumen, auch ohne umgeklappte Lehnen

Mit 456 Litern Kofferraumvolumen übertrumpft der Civic die meisten anderen Wägen seiner Klasse. Erreicht wird dieser große Kofferraum durch das weglassen eines Ersatzrades. Dadurch entsteht eine Fach unter dem Kofferraum, welches zusätzlichen Stauraum bietet.

Die Lehne der Rücksitzbank lässt sich einfach nach vorne klappen und ergibt dadurch eine ebene Fläche, was auch heutzutage noch nicht immer üblich ist bei Fahrzeugen der Kompaktklasse. Je nach Körpergröße könnte man so sogar im Auto schlafen. Auf jeden Fall lassen sich lange Gegenstände dadurch bequem einladen.

Die praktische ebene Ladefläche im Honda Civic VIII
Die praktische ebene Ladefläche im Honda Civic

Doch besonderes Highlight sind die angesprochenen Magic Seats. Dadurch, dass der Tank unter den Vordersitzen montiert ist, ist unter der Rücksitzbank eine freie Fläche, welche sich auch als zusätzlicher Stauraum nutzen lässt. Die Sitze sind aber auch nach oben klappbar, sodass man hinter den Vordersitzen Platz bekommt für besonders hohe Gegenstände, die man nicht liegend transportieren kann. Blumen oder Getränkekisten beispielsweise.

Die praktischen Magic Seats im Honda Civic lassen sich einfach hochklappen wie im Kino
Die praktischen Magic Seats im Honda Civic lassen sich einfach hochklappen wie im Kino

Auf unseren Fahrten, beispielsweise zum Camping nach Rügen, haben wir alles Gepäck bequem unterbringen können. Sogar mit unserem großen Zelt, Stühlen und Campingtisch, war das Auto nicht überladen und sogar noch Platz vorhanden.

Auch zu unserem Kurztrip mit Zelt nach Rügen gibt es einen Reisebericht auf unserem Blog.

Wie sitzt man in einem Honda Civic VIII?

In unserem Ford Fiesta hatten wir so etwas wie Sitzkomfort nicht wirklich erleben dürfen. Dennoch sind wir damit tausende Kilometer durch Europa gefahren und auch jeweils am Ziel angekommen.

Das Cockpit mit den bequemen Sitzen des Honda Civic
Das Cockpit mit den bequemen Sitzen des Honda Civic

Im Honda Civic VIII wähnten wir uns dann auf einem ganz neuen Level. Die sportlich gestalteten Sitze bieten einen super Seitenhalt und schmiegen sich angenehm an den Körper. Die Sitzfläche ist für Personen bis 1,85 angenehm groß und dank des besonderen Stoffes rutscht man wenig auf dem Sitz umher.

Noch einmal das Cockpit des 2011er Honda Civic VIII aus einer anderen Perspektive
Noch einmal das Cockpit aus einer anderen Perspektive

Selbst auf der Rückbank können Personen bis etwa 1,80 Meter noch bequem sitzen. Ist der Fahrer oder die Fahrerin gar nur 1,60 oder 1,70 Meter groß, dann hat man in der zweiten Reihe gleich noch mehr Beinfreiheit. Für längere Strecken durchaus angenehm.

Auch auf längeren Urlaubsfahrten, wie beispielsweise nach Kroatien, saßen wir gut und kamen entsprechend entspannt an unserem jeweiligen Ziel an.

Mehr zu unserem Urlaub in Dalmatien liest man in unserem detaillierten Reisebericht.

Wie fährt sich der Honda Civic VIII und wie viel Benzin verbraucht er?

Auf jeden Fall fährt sich der Honda Civic deutlich sportlicher als unser alter Ford Fiesta. Kein Wunder, liegen ja doch einige Jahre dazwischen und ist der Civic auch um ein sportliches Auftreten bemüht.

Wir empfinden das Design des Honda Civic als durchaus sportlich
Wir empfinden das Design des Honda Civic als durchaus sportlich

Mit seinem 1,8 Liter Benzinmotor, ohne Turboaufladung, ist der Civic mit 140 PS für ein Auto seiner Klasse absolut ausreichend motorisiert. Der Motor ist, typisch für Honda, für die Nutzung hoher Drehzahlen ausgelegt und macht gerade oberhalb der 4000 U/min großen Spaß. In diesen Regionen kommt dann durchaus ein sportliches Fahrgefühl auf, zu welchem auch die Übersetzung beiträgt. Mit dem zweiten Gang lässt sich fast bis 100 Km/h beschleunigen.

Tacho und Drehzahlmesser im Honda Civic
Der große Drehzahlmesser verrät es schon, hier wird Leistung durch Drehzahl generiert

Auch ist der Civic nicht sonderlich schwer, das Leergewicht liegt wohl unter 1.300 Kilogramm, sodass auch schnelles Überholen oder zügiges Beschleunigen auf der Autobahn ohne Probleme gelingen. Vor allem auf kurvigen Landstraßen macht der Civic mit seinem hochdrehenden Benzinmotor und dem sportlichen Fahrwerk große Freude.

Weniger gut gefallen hat er uns dagegen auf der Autobahn. Ab Tempo 120 wird es doch recht laut und der Motor ist deutlich zu hören. Bei Geschwindigkeiten um die 160 herum ist ein Gespräch dann nur mehr schwer zu führen, ohne die Stimmen heben zu müssen. Auch fehlt es dem Aggregat an Durchzugsfähigkeit, sodass bei Steigungen oder dem Wunsch nach mehr Beschleunigung häufig geschaltet werden muss.

Ein Blick auf das 1.8er Aggregat im Honda Civic VIII aus dem Jahr 2011
Ein Blick auf das 1.8er Aggregat im Honda Civic

Überzeugt hat uns der Honda Civic VIII jedoch beim Thema Benzinverbrauch. Unser Durchschnitt auf 100 Kilometer liegt hier bei 7,6 Liter und damit annähernd so hoch wie unser Verbrauch mit dem Ford Fiesta. Hält man sich mit Beschleunigungsorgien zurück, steht oft auch mal eine 6 vor dem Komma, vor allem bei vielen Fahrten auf Landstraßen oder maximal Tempo 130 auf der Autobahn. Bei unserem Deutschlandroadtrip haben wir uns auf diese Geschwindigkeit beschränkt und im Grunde immer rechnerisch unter 7 Litern je 100 Kilometer verbraucht.

Bei entspannter Fahrt (z.B. 130 auf der Autobahn) kann man mit 6,5 Litern Benzin auf 100 Kilometer rechnen. Im 2011er Honda Civic
Bei entspannter Fahrt (z.B. 130 auf der Autobahn) kann man mit 6,5 Litern Benzin auf 100 Kilometer rechnen

Im reinen Stadtverkehr und bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn geht der Verbrauch dann aber nach oben. Mehr als 10 Liter haben wir aber selbst bei hohen Tempi nie verbraucht. Mit 50 Litern Tankvolumen kamen wir auf unseren Urlaubsfahrten stets gut aus.

Wie ist der Honda Civic ausgestattet?

Unser Honda Civic brachte alles mit, was man von einem Auto der Kompaktklasse aus dem Jahr 2011 erwarten kann. Spiegel sind elektrisch verstellbar und die Fenster lassen sich elektrisch öffnen und schließen. Im Sommer trägt die Klimaautomatik zu angenehmen Temperaturen bei und das CD-Radio ist per AUX und USB mit dem Handy verknüpfbar. Ein Bordcomputer informiert über die wichtigsten Fahrdaten.

Cockpit nach dem Einbau des Navis
Cockpit nach dem Einbau des Navis

Auch ein Tempomat ist an Bord, welchen wir jedoch nur selten genutzt haben. Zu oft muss man herunterschalten, sodass der Tempomat neu aktiviert werden muss. Wir haben uns außerdem dazu entschieden, ein Navigationsgerät nachzurüsten um Android Auto verwenden zu können. Der Einbau war ein ganz schöner Akt, doch hat das Gerät die Nutzbarkeit in fremder Umgebung noch einmal deutlich gesteigert.

Unser nachgerüstetes Navi aus der Nähe. Die Navigation mit Android Auto hat prima funktioniert.
Unser nachgerüstetes Navi aus der Nähe. Die Navigation mit Android Auto hat prima funktioniert.

Manche Extras haben wir dann jedoch trotzdem vermisst. So wäre eine Sitzheizung vor allem im Winter wünschenswert, auch wenn es im Civic meist schon nach wenigen Minuten warm wird. Und Xenon- oder LED-Schweinwerfer hatte unser Civic leider auch nicht mit an Bord, sodass wir auf herkömmliche Glühbirnen zurückgreifen mussten, welche jedes Jahr pünktlich zu Weihnachten ausfielen.

Heck des Honda Civic mit Einparkhilfe
Heck des Honda Civic mit Einparkhilfe

Eine Einparkhilfe am Heck half uns oftmals weiter, den unübersichtlichen Civic rückwärts in eine Parklücke zu bugsieren. Eine Rückfahrkamera war leider nicht verbaut.

Alles in allem waren wir mit der gebotenen Ausstattung jedoch sehr zufrieden und er Civic erfüllte unsere Erwartungen an einen Kompaktwagen in der Regel völlig.

Unser Fazit zum Honda Civic VIII – Taugt er als Fahrzeug für einen Roadtrip?

Wir haben unseren Honda Civic insgesamt fast vier Jahre bewegt und über 60.000 Kilometer mit dem Fahrzeug zurückgelegt. Dabei haben wir so einige seiner Schwächen, aber vor allem auch seiner Stärken kennenlernen können.

Anfangs hat uns vor allem die Praktikabilität überzeugen können. Die Magic Seats waren super für so manchen Umzug oder Einkauf im Möbelgeschäft. Die ebene Ladefläche bei umgeklappter Rücklehne hat uns im Urlaub gut geholfen, alles an Gepäck unterzubekommen. Auch das sportliche Fahrgefühl in Kombination mit 140 PS Motorleistung war für uns der gefühlte Wahnsinn. Wir kamen wohlgemerkt von einem 60 PS Ford Fiesta aus dem Jahr 2000. Das hat uns doch so manchen Ausflug auf deutschen Landstraßen versüßen können.

Nach und nach waren wir dann aber auch von der technischen Haltbarkeit des Civic überzeugt. Alle 20.000 Kilometer war er zum Service in der Werkstatt und dazwischen ist er nie weiter negativ aufgefallen, bis auf einmal die Kraftstoffpumpe defekt war. Dies ließ sich jedoch kostengünstig reparieren.

Honda Civic neben unserem großen Zelt auf der Insel Rügen
Honda Civic neben unserem großen Zelt auf der Insel Rügen

Weniger begeistern konnte uns die Übersichtlichkeit des Wagens. Sowohl vorne als auch hinten ließen sich die Abmessungen nur sehr schwer einschätzen und beim Einparken taten wir uns oftmals nicht leicht. Das raumschiffähnliche Design (entweder man liebt es oder man hasst es) weiß zu polarisieren. Für uns wirkt es sogar im Jahr 2020 und später noch modern und wir haben den Civic dafür lieb gewonnen. Vor allem von vorne hat er uns gut gefallen.

Die Lautstärke bei hoher Geschwindigkeit war dann aber dennoch störend, sodass wir auf unseren Roadtrips oftmals maximal 130 Km/h gefahren sind. Dies hatte den netten Nebeneffekt, dass der Verbrauch relativ gering ausgefallen ist.

2011er Honda Civic VIII in Kroatien gegenüber einem rostigen Oldtimer
Modern und alt gegenüber in Kroatien

Wir können den Honda Civic VIII mit dem 1,8 Liter Benziner auf jeden Fall uneingeschränkt weiterempfehlen. Es ist ein technisch robustes und zuverlässiges Fahrzeug, welches mit einem spaßigen Motor und sportlichem Fahrgefühl überzeugen kann. An die Abmessungen muss man sich gewöhnen, bekommt dafür jedoch einen Kompaktwagen, welcher dank seiner Variabilität super für Roadtrips zu zweit ist.

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