Roadtrip Baltikum Tag 16: Riga und Umgebung

Roadtrip Baltikum Tag 16: Riga und Umgebung

Wir verlassen den Gauja Nationalpark

Heute verlassen wir Camping Apalnkalns und damit auch den Gauja Nationalpark und kehren zurück nach Riga, dem Ausgangspunkt unseres Roadtrips durch die drei baltischen Staaten. Doch noch ist unsere Reise nicht an ihrem Ende angelangt. Für heute stand erstmal Riga und Umgebung auf unserem Programm.

Nachdem wir unser, leider nasses Zelt, abgebaut hatten ging es für uns mit dem Auto in Richtung Süden. Je näher wir der Hauptstadt Lettlands kamen, desto dichter wurde der Verkehr. Das Autofahren im Baltikum ist bis dahin sehr gemütlich und entspannt gewesen, aber wenn man alle drei Hauptstädte miteinander verkehrstechnisch vergleicht, ist Riga am heftigsten. Immernoch kein Vergleich mit Los Angeles oder gar dem absoluten Chaos in Tirana.

Unterwegs in der Hauptstadt Lettlands

Nach einigem Hin uns Her schafften wir es dann auch, den angepeilten Parkplatz nahe der St. Petrikirche zu erreichen. Für 4 Euro pro Stunden kann man hier parken. Leider in der prallen Sonne bei 30 Grad mit vollem Auto.

St. Petrikirche in Riga
Blick auf die Kirche St. Petri in Riga

Naja macht ja auch nichts, dachten wir uns und steuerten auf die genannte Kirche zu. Eigentlich wollten wir auch hier eine Free Walking Tour mitnehmen, doch für die erste Tour des Tages waren wir eine halbe Stunde zu spät und für die zweite Tour deutlich zu früh. Also beschlossen wir Riga auf eigene Faust zu entdecken und die vorgeschlagene Strecke unseres Reiseführers zu laufen.

Ausbilick auf die Skyline Rigas von der St. Petrikirche aus
Blick auf Riga vom Kirchturm aus

Zumindest ich, wollte mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen und die Aussicht vom Kirchturm aus zu genießen. Pauline wartete unten im Schatten auf mich und ich fuhr per Lift nach oben. Treppen dürfen hier nicht genutzt werden. Oben angekommen machte ich dann viele Bilder, sodass Pauline wenigstens etwas im Nachgang davon sehen konnte. Der Blick über Rigas Altstadt, aber auch auf die Skyline im Hintergrund ist etwas Schönes. Generell mag ich Türme und welche mit schöner Aussicht sind immer toll.

Fachwerkhaus in Riga
Unterwegs in Rigas Altstadt

Wieder unten angekommen, liefen wir zum Rathausplatz und von dort vorbei an Fachwerkhäusern zur kleinen und großen Gilde, sowie dem berühmten Katzenhaus. Der Legende nach, wurde es von einer Person erbaut, welcher der Eintritt in die Gilde verwehrt wurde. Er rächte sich auf besondere Art und Weise, denn auf den Turmspitzen waren Katzen zu sehen, welche ihre Hinterteile in Richtung Gilde reckten. Daraufhin wurde der Bauherr des skurillen Hauses dann doch noch aufgenommen.

Katze auf einem Turm des Katzenhauses
Eine der Katzen des Katzenhauses

Vom Katzenhaus mit seiner lustigen Anekdote kamen wir zu den drei Brüdern (analog der drei Schwestern in Tallinn), welche die drei ältesten Häuser Rigas sein sollen.

Die drei Brüder in Riga
Rigas drei Brüder

Im Anschluss kamen wir außerdem noch am Rigaer Stadtschloss, dem Pulverturm sowie der alten Stadtmauer vorbei. Am Rigaer Dom endete dann unsere Rundtour und wir machten eine kleine Pause im Schatten einiger Bäume.

Riga und Umgebung – jetzt ist die Umgebung an der Reihe

Etwas über zwei Stunden waren wir unterwegs. Für eine Stadt wie Riga sicherlich wenig, man könnte hier locker leicht Tage verbringen, aber das ist nicht der Fokus unserer Reise. Ganz weglassen wollen wir die Städte dann aber auch nicht. Sagen wir mal so, es genügt für einen ersten Überblick.

Im von der Sonne aufgeheizten Auto fuhren wir zu Rimi nahe dem Flughafen, wo wir auch bereits am ersten Tag unserer Reise eingekauft hatten. Dort holten wir uns etwas zum Mittagessen, ehe wir in Richtung Camping Atputas bei Bejas aufbrachen.

Eigentlich war unser Plan, dort die restlichen Nächte bis zu unserem Abflug zu verbringen, denn auf Fotos haben wir einen See und sogar Sandstrand gesehen. Doch dort angekommen hatten wir einen seltsamen Empfang erlebt. Man war sehr unfreundlich, gab nur spärlich Auskunft zu den Preisen, welche mit 20 Euro pro Nacht für Zelter auch sehr hoch lagen. Wir fühlten uns nicht wohl und machten kehrt, aßen auf einer Grünfläche im Ort Pinki zu Mittag.

Neuer Versuch mit dem Camping

Gestärkt fuhren wir nun zu unserem Alternativcampingplatz. Camping Zanzibara ist mehr oder weniger ein Geheimtipp. Ein sehr sehr einfacher Platz, der zum Teil noch wie eine Baustelle der dort wohnenden Familie wirkt. Die Begrüßung war sehr nett, es gab eine ganze Wiese nur für uns und das tröstete uns über das Ambiente am Empfang hinweg. Hier schlugen wir nun schnell unser Zelt auf und ließen es noch trocknen.

Zelt und Auto bei Camping Zanzibara
Unser Zelt und Mietwagen bei Camping Zanzibara

Kriegsmahnmal bei Salaspils und Naturpark

Nachdem wir uns dann noch etwas im Schatten eines Baumes ausgeruht hatten, fuhren wir doch noch einmal los um die Umgebung zu erkunden. Der Titel des Tages war schließlich Riga und Umgebung und nicht nur am Campingplatz liegen. Das Kriegsmahnmal Salaspils memorialais ansamblis war unser erstes Ziel. Bedrückend und doch beeindruckend zugleich wirkte das gigantische Betonmonument auf uns.

Vor allem auch der Gang durch das Innere und das laute Schlagen eines Metronoms sorgten für eine beklemmende Stimmung. Leider wurde diese durch stattfindende Gartenarbeiten und einen lauten Rasenmäher übertönt. Wenn man in der Umgebung Rigas ist und etwas Zeit mitbringt, dann sollte man diesen Ort durchaus einmal auf sich wirken lassen.

Mahnmal Salaspils memorialais ansamblis
Das Mahnmal und Metronom

Unser letztes Ziel für heute sollte der Naturpark Ogres Zilie Kalni sein. Wir parkten direkt am See, der als Badesee genutzt wird und sich mit seinen vielen Zugängen dafür offensichtlich hervorragend eignet.

Badesee
Blick auf besagten See mit Zugang

Wir folgten jedoch nicht den Holztreppen ans Ufer, sondern liefen etwas einen Kilometer durch den Wald bis zu einem hölzernen Aussichtsturm. Ihn zu besteigen war eine sehr wackelige Angelegenheit. Pauline machte nach einer Treppe kehrt und wartete wieder unten auf mich. Von oben hatte ich dann einen super Blick auf viel um uns herum liegenden Wald.

Wir wanderten die kurze Strecke zurück zum Auto und fuhren dann zum unserem neuen Zeltplatz. Dort angelangt wurden wir von den drei Campingkaninchen empfangen.

Kaninchen bei Camping Zanzibara
Die drei Campingkaninchen

Sie waren auf der Wiese verstreut und hoppelten fröhlich hin und her. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß beim Zusehen, hofften aber auch, dass sie nicht unser Zelt annagen würden. Die dazukommende Campingkatze hatten wir schon am Nachmittag kennenlernen dürfen.

Kaninchen
Sehr fotogen der Kleine

Wir aßen noch zu Abend und es war schon recht spät am Abend. Durch den nahen Bach gab es hier auch zahlreiche Mücken, sodass wir uns recht schnell in unser Zelt zurückzogen und einschliefen. Die Erkundung von Riga und Umgebung war ein schöner, aber auch anstrengender Tag.

Gefahrene Kilometer: 237

Kosten Camping Zanzibara: 12,50 €

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