Roadtrip Baltikum Tag 17: Wandern rund um Riga

Roadtrip Baltikum Tag 17: Wandern rund um Riga

Unser letzter richtiger Urlaubstag

Da war er nun, unser letzter richtiger Urlaubstag unseres Roadtrips durch die drei baltischen Staaten, Lettland, Estland und Litauen. Der Tag sollte genauso heiß werden , wie der gestrige sodass wir mit bestem Wetter zum Wandern rund um Riga starten konnten.

Nach unserem Frühstück fuhren wir los in Richtung Norden. Ziel war der Leuchtturm Mersraga baka. Auf der Höhe des Nationalparks Kemeru änderten wir jedoch spontan unseren Plan und verwarfen unser Vorhaben mit dem wirklich weit entfernten Leuchtturm wieder. Stattdessen ging es nun gleich in den nahegelegenen Nationalpark Kemeru. 

Wandern im Kemeru Nationalpark

Unser dortiger erster Stopp war der Wanderparkplatz mitten im Nationalpark. Wir zahlten dort die Parkgebühr in Höhe von 2,00 € und begannen mit der 4,5 Kilometer langen Wanderung durch das Moor. Schon nach einigen Schritten begannen die Bohlenwege und wir machten die erster Tierbegegnung des heutigen Tages.

Grüne Raupe mit schwarzen Punkten
Grüne Raupe mit schwarzen Punkten

Wie schon erwähnt, legten wir den Großteil der Strecke auf Bohlen zurück. Anders als die Moore in Estland, waren hier aber mehr Bäume und tolle kleine Seen und Tümpel, welche nach und nach zum Moor werden im Laufe der Zeit, zu sehen. So viele Moore wie in dieser Reise hatten wir schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen, geschweige denn durchwandert.

Nachdem wir in etwa die Hälfte der Wegstrecke zurückgelegt hatten, erreichten wir den hölzernen Aussichtsturm mitten im Moor. Von dort konnte man die umliegende Landschaft gut überblicken und dank der Bohlen auch den Verlauf des Wanderweges gut nachvollziehen.

Aussichtssturm im Moor des Kemeru Nationalparks
Der Aussichtsturm mitten im Moor

Nach einer kleinen Aussichtspause am Holzturm, legten wir die restliche Strecke zum Wanderparkplatz zurück und fuhren von dort weiter zum nicht weit entfernten Visitor Center des Nationalparks. Dort parkten wir jedoch lediglich und gingen nicht hinein. Wir liefen stattdessen die 800 Meter des Erkundungstrails, welcher uns aber nicht beeindrucken konnte. Da war die Tour durch das Moor wesentlich interessanter und einprägsamer.

Auf einer großen Karte der näheren Umgebung konnten wir aber unseren weiteren Tag planen und machten sogleich den nächsten Stopp ausfindig. Nach wie vor war Wandern rund um Riga unser Tagesplan.

An den Seen Slokas ezers und Kaniera ezera

Der große See Slokas ezers hatte laut der Karte am Visitor Center einen Aussichtsturm direkt am Ufer, von wo man einen guten Blick auf See und Landschaft erhaschen kann. Leider war der Turm aufgrund von Bauarbeiten gesperrt, was einem erst direkt vor Ort ersichtlich wurde. Wir mussten daher umkehren und zum nächsten Punkt fahren.

Bohlenweg zum Aussichtsturm Riekstusalas bei Kaniera ezera
Wanderweg auf Bohlen zum Aussichtsturm

Unser nächster Halt war dann der Parkplatz am See Kaniera ezera. Dort liefen wir durch den zunächst noch dichten Wald, ehe wir über Bohlenwege den sumpfigen Teil bis zum See zurücklegten. Von dort ging es über schwimmende Bohlen weiter. Diese wackelten bei jedem unserer Schritte im Wasser, auf beiden Seiten wuchs dichtes Schilf und andere Pflanzen. Es fühlte sich wie ein kleines Abenteuer im Dschungel an. Mit einer Libelle auf einem der hölzernen Geländer folgte außerdem die nächste fotografierte Tierbegegnung.

Libelle Makroaufnahme auf einem Holzgeländer
Unsere nächste fotografierte Tierbegegnung

Nachdem wir die schwankenden Holzplanken hinter uns gelassen hatten, waren wir auch schon so gut wie angekommen am Aussichtsturm Riekstusala, welcher vor allem für die Beobachtung der vielen verschiedenen Vögel der Seeregion dient.

Mit unserem Fernglas gelang es sogar uns Anfängern einigermaßen gut, die Vögel zu beobachten. Als absolute Laien, konnten wir aber keinerlei Arten ausmachen. Außer die Möwe am Rückweg, welche auf dem Geländer des schwimmenden Bohlenweges stand, die haben wir erkannt und fotografiert. Das war also Tierbegegnung Nummer drei beim Wandern rund um Riga.

Möwe und Bohlenweg im Schilf
Möwe auf den schwimmenden Bohlen im Schilf

Zurück am Auto nutzten wir den schön gelegenen Rastplatz am Seeufer für unser Mittagessen. Dieser ist für eine kleine Pause zu empfehlen, da auch die dortigen Sanitäranlagen ordentlich sauber waren. Wir waren gerade fertig mit unserem Essen, da kam eine Entenfamilie zu Besuch. Circa 10 Entenbabys und ihre Mutter watschelten auf einmal auf uns zu, sondierten die Lage und drehten wieder ab in Richtung See. Tierbegegnung Nummer 4, welche wir ablichten konnten.

Entenfamilie bei Kaniera ezera
Die Entenfamilie kam uns sehr nahe

Wandern rund um Riga und unser letzter Nachmittag im Baltikum

Nachdem wir die Parkgebühr in Höhe von einem Euro bezahlt hatten, konnten wir den kleinen Hafen verlassen und steuerten den nächsten Car Wash an. Durch die Schotterpisten im Nationalpark war das Auto wieder völlig staubig, so wollten wir es morgen nicht zurückgeben. Vor der Einfahrt nach Jurmala, verpassten wir die letzte Station an der man die Registrierung seines Autos vornehmen und die Gebühr bezahlen konnte. Zum Glück gelang es uns noch vor der ersten Überwachungskamera zu wenden und die zwei Euro dafür zu bezahlen.

Wir fuhren durch den schönen Badeort bis zur Spitze der Landzunge, wo wir parkten und durch die Pinienwälder bis zum Strand spazierten. Das Wasser der Ostsee war trotz der Hitze noch sehr frisch, aber Pauline traute sich immerhin mit den Füßen ins Wasser. Der Strand machte einen guten Eindruck, aber wir blieben nicht allzu lange und wanderten zurück zum Auto.

Ostseestrand in Jurmala fotografiert beim Wandern rund um Riga
Ostseestrand bei Jurmala

Wieder zurück am Zeltplatz saßen wir auf den großen Holzliegen im Schatten der Bäume und genossen die Ruhe, tranken kalte Cola und aßen ein Snickers. Auf einmal hörten wir es Donnern und schwarze Wolken zogen blitzartig auf. Der Wetterbericht sagte für die nächsten zwei Stunden starken Regen voraus. Das musste nun wirklich nicht mehr sein, dass unser Zelt vor Abflug nochmal nass werden sollte.

Im Regen sitzen wollten wir auch nicht und fuhren daher ins Einkaufszentrum Big Plaza wo wir einfach ein wenig die Zeit verbummelten. Auf den ersten Blick waren die Preise ähnlich zu denen in Deutschland, gefühlt sogar etwas teurer. Nach einer Weile fuhren wir zurück zum Zeltplatz, der Regen war vorbei und wir konnten uns Abendessen kochen.

Danach packte Pauli schonmal die ersten Sachen für unseren morgigen Rückflug nach Deutschland zusammen. Irgendwie muss die ganze Campingausrüstung ja ins Fluggepäck passen. Um kurz vor elf Uhr nachts war es dann immer noch hell genug für das Schreiben des Tagebuchs ohne künstliches Licht. Die Tage sind lang im Baltikum zu dieser Jahreszeit.

Gefahrene Kilometer: 195

Kosten Camping Zanzibara: 12,50 €

Weiter geht es mit dem letzten Tag der Reise, Tag 18.

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