Roadtrip Baltikum Tag 2: Breitester Wasserfall Europas

Roadtrip Baltikum Tag 2: Breitester Wasserfall Europas

Unser erster Morgen im Baltikum

Die erste Nacht unseres Roadtrip im Baltikum war auch unsere erste Nacht seit langem mal wieder in unserem Zelt. Unsere alten Schlafsäcke hatten wir vor dem Urlaub extra noch gegen neue Daunenschlafsäcke ausgetauscht. Noch einmal frieren wie teilweise in den USA wollten wir nicht mehr. Und in der Tat, schläft es sich darin super, sodass wir für unseren Tag im Sliteres Nationalpark und Kuldiga voller Energie waren. In Kuldiga sollte der Ventas Rumba auf uns warten, welcher als breitester Wasserfall Europas gilt.

Leider wird es bedingt durch die Jahreszeit nicht nur spät dunkel, sondern auch sehr früh hell, was für das Schlafen im Zelt fatal ist. Man wird einfach wach und das früher als gewollt. Nach dem Aufstehen hat Pauline das Zelt beräumt und ich schon einmal auf unserem Trangia heißes Wasser aufgesetzt. Tee und Kaffee sind auch im Urlaub unser Start in den Tag. Dazu Banane und das übrige Weißbrot und unser Frühstück war abgeschlossen.

Morgenhygiene im Outdoorbad

Die Sonne hat sich dann auch endlich gezeigt und unser Zelt getrocknet. Während Pauli unser Auto beräumt hat und alles nach und nach verstaut hat, war ich damit beschäftigt das neue Zelt zusammenzupacken. Wir waren dann abfahrbereit und verließen den Campingplatz Kempings Melnsils zu welchem wir euch in diesem Beitrag einen Erfahrungsbericht geschrieben haben.

Unterwegs im Sliteres Nationalpark

Auf dem Weg zum Sliteres Nationalpark haben wir unterwegs noch einen Stopp im Dorf Kolka eingelegt. Dort hat uns der große Vorrat an Holz zwischen den Wohnhäusern verwundert. Ob hier wohl mit Holz geheizt wird oder der Rasen nur als Lagerfläche dient? Wir haben es nicht herausfinden können.

Holzstapel vor Wohnhäusern in Kolka
Wozu das Holz wohl verwendet wird?

Außerdem haben wir einen kleinen Spaziergang um die schöne historische Kirche des Ortes unternommen und sind dabei auf einen kleinen Kontrast gestoßen. Nicht weit von dem ehrwürdigen Ort entfernt, direkt in Sichtweite, steht ein Plumpsklo auf der Wiese. Ob das wohl zur Kirche gehört?

Im Anschluss fuhren wir weiter in Richtung Nationalpark. Unterwegs trafen wir auf so gut wie keine weiteren Fahrzeuge, dafür aber immer wieder mal Rehe, welche die Straße querten. Wir waren mitten im Nirgendwo, wie uns die Aussicht von einem kleinen Aussichtsturm am Straßenrand klar machte. Mit dem Fernglaß erkannten wir einen Streifen Ostsee am Horizont, ansonsten war überall Wald.

Wir parkten am Parkplatz nahe des Nationalparkzentrums und waren das einzige Auto dort. Nicht los weit und breit. Teil des Zentrums ist der im 19. Jahrhundert erbaute Leuchtturm, der, dank seiner Lage auf 75 Meter über Normalnull, von hier aus den Schiffen auf der Ostsee den Weg weißt. 

Doch das bedeutete auch, dass wir auf einer Anhöhe waren und für eine Wanderung durch den dichten Wald und die Moore des Park einige Treppenstufen absteigen mussten. Die galt es dann natürlich auch später wieder zu erklimmen, denn das Auto parkte ja nahe am Leuchtturm.

Auf einem breiten Bretterpfad erkundeten wir den Wald. Insgesamt war der Rundweg in etwa 1,2 Kilometer lang und die angegebene Zeit von bis zu 1,5 Stunden konnten wir unterbieten. Dennoch haben wir einen ersten Eindruck gewinnen können. Vor allem der viele Farn war interessant.

Bretterweg im Sliteres Nationalpark
Bretterpfad im Sliteres Nationalpark

Leider haben sich die Biber, Gelbnackenmäuse und Luchse vor uns versteckt. Treppauf zurück zum Leuchtturm wurde es dann wirklich noch einmal richtig anstrengend. Aber auch das haben wir geschafft und am Auto noch eine kleine Rast eingelegt. Der Unterstand bot sich dafür aber auch gut an.

Rastplatz im Sliteres Nationalpark
Rastplatz im Sliteres Nationalpark

Ventas Rumba, breitester Wasserfall Europas, in Kuldiga

Wir verließen den Sliteres Nationalpark und fuhren über die Stadt Tulsi nach Kuldiga. Diese Stadt hat einen Wasserfall mit insgesamt 250 Metern Breite. Damit ist er der breiteste Wasserfall Europas. Auf der Suche nach einem Parkplatz drehten wir die ein oder andere Runde durch die historische Altstadt, welche wirklich einen guten Eindruck machte. Einige der Gebäude waren bereits saniert, einige noch nicht und es wirkte alles in allem sehr stimmig und nicht zu touristisch.

Rathaus in der Altstadt Kuldigas
Rathaus in der Altstadt Kuldigas

Die im Foto zu sehenden Wasserspiele hatten verschiedene Rhythmen und wechselten ihre Muster immer wieder. Vom Aussichtspunkt auf den Wasserfall sahen wir dann auch, dass dieser zwar breit, aber nicht sonderlich hoch war. Sogar Menschen liefen darüber vom einen Ufer zum anderen.

Ventas Rumba, gilt als breitester Wasserfall Europas
Ventas Rumba, gilt als breitester Wasserfall Europas

Da es ein recht warmer und sonniger Tag war, wollten wir das nun auf jeden Fall auch ausprobieren, obwohl wir mit langen Hosen nicht allzu gut vorbereitet waren. Wir überquerten den Fluss Venta auf der großen roten Brücke, welche eines der Wahrzeichen Kuldigas ist und liefen zum Wasserfall.

Wir krempelten unsere Jeans hoch, so tief sah das Wasser ja nicht aus, nahmen unsere Schuhe in die Hand und begannen barfuß mit der Überquerung. von Stein zu Stein traten wir vorwärts, versuchten so die tiefsten Stellen zu umgehen. Doch das war eine rutschige Angelegenheit. Die Steine waren glatt und meist auch unter Wasser. Zudem mussten wir auf die wechselnden Strömungen aufpassen. Von schwach bis stark war da alles vertreten.

Christian bei der Überquerung des breitesten Wasserfalls Europas
Christian bei der Überquerung des breitesten Wasserfalls Europas in Kuldiga

An einigen Stellen rutschten wir doch hin und wieder ab oder konnten die Tiefe nicht umgehen, sodass unsere Hosen recht schnell bis zu den Knien nass waren. Hauptsache nicht reinfallen war dann noch die Devise, denn ich hatte ja auch meine Kameratasche dabei.

Mitten im breitesten Wasserfall Europas in Kuldiga
Mitten im breitesten Wasserfall Europas

Irgendwann hatten wir es dann auch geschafft und das andere Ufer erreicht. Ein super Erlebnis die Überquerung des Wasserfalls und trotz unserer nassen Hosen können wir die Aktion auf jeden Fall weiterempfehlen. Jedoch nur, wenn auch die Rahmenbedingungen passen.

Zurück am Auto zogen dunkle Wolken auf und wir wechselten unsere Hosen auf einer nahen öffentlichen Toilette. Direkt daneben ein weiterer Wasserfall, welcher auch für einen Rekord sorgt. Denn dieser war der höchste Wasserfall Lettlands. Kuldiga hat es so mit dem Wasser und den Fällen.

Zelten an der Ostsee bei Camping Karkelbeck

Wir verließen Kuldiga und fuhren weiter in Richtung Liepaja, wo wir für eine Nacht auf einem Campingplatz zelten wollten. Diesen erreichten wir auch, doch die große uns sehr touristische Anlage schreckte uns ab, sodass wir uns für die Weiterfahrt entschieden. Weiter ging es also in Richtung Süden und wir überquerten sogar noch die Grenze zu Litauen. Kurz vor der Stadt Klaipeda stoppten wir und schlugen unser Lager auf dem Zeltplatz Karkelbeck auf.

Zelt auf der Wiese des Campingplatzes Karkelbeck
Unser Zelt auf der Wiese bei Camping Karkelbeck

Die Wiese unseres Stellplatzes wurde sogar extra für uns gemäht und wir schlenderten währenddessen zur nahen Ostsee und schaukelten auf der großen Schaukel an den Klippen. Nachdem das Zelt dann aufgebaut war, nutzten wir die Duschen und wollten anschließend in der kleinen Campingküche kochen. Jedoch kam uns eine Familie zuvor, sodass wir eben unseren Kocher auf einem Tisch in der Mitte der Wiese anwarfen.

Christian beim Kochen mit dem Trangia auf dem Campingplatz Karkelbeck in Litauen
Christian beim Kochen mit dem Trangia

Den Abend nutzten wir für eine Einkaufsfahrt nach Klaipeda. Im dortigen Lidl deckten wir uns mit weiteren Vorräten ein und ließen anschließend den Abend in der Campingküche ausklingen. Dort waren wir wenigstens vor dem Wind und den Mücken geschützt.

Gefahrene Kilometer: 367

Kosten Camping Karklebeck: 15,00 €

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