Roadtrip Baltikum Tag 3: Auf der Kurischen Nehrung

Roadtrip Baltikum Tag 3: Auf der Kurischen Nehrung

Unser erster Tag in Litauen beginnt

Auch heute Nacht hatten wir mit der so früh aufgehenden Sonne zu kämpfen. Schon gegen vier Uhr morgens war es heller als sonst im Zelt.  Doch mit dem Kopf unter dem Schlafsack haben wir dann doch noch etwas schlafen können, ehe wir heute auf die Kurische Nehrung aufbrechen wollten.

Für unser Frühstück konnten wir die kleine, aber gemütliche, Camperküche nutzen. Niemand sonst war so zeitig wach. Kein Wunder, wir waren die Einzigen mit Zelt und die Campervans und Wohnmobile hatten Verdunkelungen an den Fenstern. Mit Wurst, Käse, Nutella und Erdnussbutter fiel unser Frühstück heute auch schon wesentlich reichhaltiger aus als noch gestern.

Dann kam Aufbruchstimmung auf und wir verließen den Zeltplatz in Richtung Klaipeda. Landeten mitten im Berufsverkehr und steuerten auch noch das falsche Fährterminal an. Dank unserer Navigationsapp Osmand haben wir den richtigen Hafen dann aber doch noch finden können und glücklicherweise bekamen wir noch einen Platz auf dem schon fast komplett vollen Fährschiff. Als vorletztes Auto fuhren wir auf die Fähre, mit welcher wir die kurze Strecke zur Kurischen Nehrung zurücklegten.

Unterwegs auf der Kurischen Nehrung – Sanddünen

Wieder an Land, legten wir die 43 Kilometer bis zum südlichen Ende an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad auf der kleinen Hauptstraße zurück. Die Dünenwälder rings um die Straße spendeten Schatten und mit wenig Verkehr war es eine richtige Fahrt zum Genießen.

Erster Stopp unmittelbar an der Grenze zu, ja Russland eben, waren die beeindruckenden Sanddünen dort. 

Liege aus Holz mit Blick auf die Dünen und die Grenze zu Kaliningrad auf der Kurischen Nehrung
Toller Blick auf die Sanddünen nahe der Grenze

Am dortigen Parkplatz hatten wir schon wieder Glück, denn gerade als wir ankamen, wurde einer frei. Wir folgten den verschlungenen Wegen und saßen für einige Zeit auf der Holzliege oben im Bild. Von dort konnten wir mit dem Fernglaß auf die russische Grenze blicken, aber auch unseren Blick über die Dünenlandschaft schweifen lassen.

Die große Sonnenuhr auf der Kurischen Nehrung nahe Nida an der Grenze zu Kaliningrad
Imposante Sonnenuhr auf der Kurischen Nehrung

Am großen Kalender und der imposanten Sonnenuhr blickten wir noch einmal auf die Küste und den Leuchtturm von Nida, ehe wir wieder weiterfuhren. Von nun an ging es wieder nach Norden, diesmal aber mit vielen Haltepunkten zwischendrin.

Am Touristenparkplatz kurz vor der Ortschaft Nida haben wir ein älteres deutsches Pärchen getroffen, die mit ihrem VW-Bus von Deutschland aus über Polen und das Balitkum nach Finnland und Norwegen fahren wollen. Insgesamt fünf Wochen haben sie dafür veranschlagt. Eine tolle Idee und wir wünschten uns beide in diesem Moment auch so viel Zeit, aber vor allem auch einen so gut ausgebauten VW Bus herbei.

Trotz Touristenkarte, in der die meisten Hotspots der Kurischen Nehrung verzeichnet waren, fanden wir in der Ortschaft Preila keinen Aussichtspunkt. Dafür aber eine Outdoorfitnessanlage, welche wir prompt für ein kleines Training zwischendurch nutzten.

Outdoorfitnessgeräte in Preila auf der Kurischen Nehrung
Outdoorfitness in Preila

Jedes der Geräte haben wir natürlich ausprobiert und getestet. Erst danach war an eine Weiterfahrt zu denken. Alles in allem eine nette Sache und die ein oder andere Laufrunde lockert das Geräteangebot sicherlich auf.

Wanderung durch die toten Dünen

Nicht weit von unserer Fitnessanlage entfernt, lagen die toten Dünen der Kurischen Nehrung. Für zwei Euro pro Person erhielten wir Zutritt und konnten einem Bretterpfad folgen, bis dieser dann in einen Sandweg auf die Dünen hinauf überging. Eintritt kostet übrigens auch der Nationalpark Kurische Nehrung. In der Vorsaison 5 Euro pro Auto, danach 20. Wir hatten noch Glück, denn die Hauptsaison beginnt erst im Juni.

Die toten Dünen auf der Kurischen Nehrung
Die toten Dünen

Das Wandern durch den Sand kostete durchaus einiges an Kraft und Anstrengung, aber es war jede Mühe wert. Insgesamt 1,1 Kilometer musste man bis zur höchsten Stelle zurücklegen und das dann auch wieder zurückgehen. Nicht weit, aber es gab keinen Schatten. Die Aussicht am Ziel war wunderbar.

Kurische Nehrung und Klaipeda

Um einen Platz für unser Mittagessen zu finden, haben wir die kleine Hauptstraße verlassen und landeten wieder an einer Outdoorfitnessanlage am Meer. Dort aßen wir etwas zu Mittag, und spazierten noch eine kleine Anhöhe hinauf um besser auf die Ostsee sehen zu können.

Blick auf die Ostsee von der Kurischen Nehrung aus
Blick von den Dünen auf die Ostsee

Unser nächster Halt war dann ein tierisches Erlebnis. Von einer Aussichtsplattform aus konnte man auf Bäume blicken. Deren Wipfel waren komplett übersät mit Vogelnestern. Kormorane sollten es überwiegend gewesen sein. Wir hatten Angst um unsere Köpfe, wurden aber verschont und nutzten wieder das praktische Fernglaß um die Vögel zu beobachten.

Kormorannester auf der Kurischen Nehrung
Die Nester der Kormorane

Zurück an der Nordspitze nahmen wir eine Fähre nach Klaipeda und beendeten unseren Aufenthalt. Unserer Meinung nach ist die Kurische Nehrung absolut einen Besuch wert und wir hatten an diesem Tag auch noch so viel Glück mit dem Wetter. Nach einem kleinen Einkaufsstopp bei Rimi, nutzten wir die Campingküche und kochten uns Abendessen. Da es danach immer noch so hell war, sind wir noch einmal die kurze Strecke nach Klaipeda gefahren und durch die Stadt gebummelt.

Dabei kamen wir an so manchen restaurierten Fachwerkhäusern wie dem obigen vorbei. Aber wir sahen auch spannende Fahrzeuge, wie beispielsweise diesen alten Volvo Offroader. Sicher gut geeignet als Campervan.

Zurück am Zeltplatz waren nun auch mehr Gäste anwesend, immerhin war es mittlerweile Freitag Abend. Und nun stellte sich heraus, dass der Platz zwar groß war, aber die Ausstattung und die Gebäude zu wenig waren. Nur zwei von vier Toiletten offen und auch die Campingküche bietet nicht viel Platz. Wir sind zeitig in unsere Schlafsäcke gekrochen.

Gefahrene Kilometer: 195 Kilometer

Kosten Camping Karklebeck: 15,00 €

Weiter geht es mit dem Reisebericht und Tag 4.

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