Roadtrip Baltikum Tag 4: Am Berg der Kreuze

Roadtrip Baltikum Tag 4: Am Berg der Kreuze

Auf zum Berg der Kreuze

Entgegen des Wetterberichts meinte Pauline heute morgen, dass sie in der Nacht Regen gehört hätte. Ich habe davon nichts mitbekommen, aber tatsächlich war das Zelt ganz schön nass. Von allen Gästen auf dem Zeltplatz waren wir als erstes wach und hatten die Campingküche für uns alleine. Neben Tee und Kaffee konnten wir uns so auch Eier kochen. Richtiger Luxus. Dann brachen wir auch schon auf, denn bis zum Berg der Kreuze bei Siauliai waren es einige Kilometer zu fahren.

Weißer Campingkocher mit drei Gasflammen
Der Campingkocher in der Campingküche

Als wir ankamen war der große Parkplatz noch relativ leer und auch die vielen Busplätze waren unbesetzt. Knapp einen Euro hat uns das Parkticket gekostet und schon auf dem Fußweg zum Berg der Kreuze sahen wir sie überall. Wirklich schon aus der Entfernung hat der Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Kreuze in tausenden Varianten.

Der Berg der Kreuze ist ein Wallfahrtsort der heutzutage allerdings sehr touristisch geprägt ist. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Einheimischen mit dem Aufstellen der Kreuze auf dem Hügel, der Legenden zufolge schon hunderte Jahre als Wallfahrtsort diente. Man geht davon aus, dass 1940 in etwa 400 Kreuze auf dem Hügel standen. Während den Zeiten der Sowjetunion wurden sie immer wieder mit Bulldozern vernichtet, doch der Ort behielt seinen Mythos. Wie viele Kreuze es heute sind weiß niemand genau. Schätzungen in den 90er Jahren waren unvollständig, da man bei 50.000 Kreuzen zu zählen aufhörte.

Kreuze am Berg der Kreuze in Litauen
Am Berg der Kreuze

Wir empfanden es als wirklich beeindruckend, uns durch die engen, geschwungenen Pfade des Waldes aus Kreuzen zu bewegen. Aufgestellt von Personen aus verschiedensten Ländern, natürlich viele aus Deutschland, und den vielfältigsten Gründen. Trauer, Gelegenheit und vieles mehr. Für Litauen ein Ort, den man allein aufgrund seiner Skurrilität gesehen haben sollte.

Nach etwa 40 Minuten liefen wir zurück zum Parkplatz und waren beider der Meinung, dass sich die lange Anfahrt gelohnt hat und mittlerweile war auch der Besucherparkplatz prall gefüllt. Da hatten wir wohl noch einmal Glück gehabt.

Wandern im Zemaitija Nationalpark

Nach unserem Besuch am Berg der Kreuze, wollten wir in Siauliai eine Mttagspause einlegen. Leider waren die Zufahrten zum grünen Park aufgrund von Bauarbeiten gesperrt und auf einem Asphaltparkplatz wollten wir auch nicht halten. Also gab es nur einen der leckeren Riegel von Nature Valley, welche wir erst im Baltikum für uns entdeckt hatten und ging weiter. Nächstes Ziel war der Zemaitija Nationalpark.

Rastplätze am See im Zemaitija Nationalpark
Rastplätze im Zemaitija Nationalpark

Dort fanden wir dann auch endlich einen schönen Rastplatz an einem See, an welchem wir zu Mittag aßen. Eigentlich ein sehr idyllischer Ort, aber heute war es so windig, dass wir es nicht lange aushielten. Kurios war auch der Donnerbalken, der einfach ein Loch im Boden war.

In dem Ort Plateliai sollte eine Touristinfo zu finden sein, welche wir nach einigen Minuten Suche nach den richtigen Parkplätzen auch fanden. Dort erkundigten wir uns nach schönen Wanderungen und bekamen auch gleich eine Empfehlung für eine kleine Nachmittagsrunde.

Die Wanderung Seires Takas sind wir dann auch gewandert. Insgesamt waren es gute fünf Kilometer durch Wald, Moor und am Plateliu-See entlang. Die Strecke ging sehr angenehm und war schon eher ein Spaziergang. Mit ihrer Nachmittagsrunde hatte die Dame der Touristinfo auf jeden Fall recht.

Immer wieder kamen wir an Viewpoints vorbei und hatten schöne Blicke auf den See und die Moore, welche wir zum Glück auf breiten Holzplanken überqueren konnten.

Leider trafen wir keine der Tiere im Nationalpark, aber dafür fanden wir Schaukeln im Wald und Pauline freute sich, dass sie eine Runde schaukeln konnte. Nach etwa eineinhalb Stunden waren wir fertig und traten die Rückfahrt an.

Unser gemütlicher Abend am Zeltplatz

Idyllischer Garten am Zeltplatz Karklebeck
Gartenidyll am Zeltplatz

Das lange und weite Fahren war heute sehr ermüdend, aber wir schafften es mit einem Tankstopp zurück zum Zeltplatz Karklebeck an der Ostseeküste. Nach einem entspannten Abendessen nutzten wir die Duschen des Campingplatzes und machten uns gegen 21:45 Uhr auf den kurzen Weg zur Steilküste. Von dort wollten wir den Sonnenuntergang beobachten.

Sonnenuntergang über der Ostsee in Litauen
Traumhafter Sonnenuntergang an der Ostsee

Dieser war wirklich wunderschön anzusehen. Die Wolken spielten mit und die untergehende Sonne sorgte für eine tolle Färbung. Außerdem gab es eine Baumschaukel, sodass Pauline den Sonnenuntergang sogar schaukelnd genießen konnte. Die Litauern haben es offensichtlich etwas mit ihren Schaukeln.

Baumschaukel an der Ostseeküste
Unsere Baumschaukel mit Blick auf den Sonnenuntergang

Als die Sonne unterging, wurde es dann auch ziemlich schnell ziemlich kalt und wir verschwanden schnell in unseren Schlafsäcken. Ließen den Tag mit dem Besuch am Berg der Kreuze sowie unserer Wanderung im Nationalpark noch einmal Revue passieren und schliefen dann ein.

Gefahrene Kilometer: 427

Kosten Camping Karklebeck: 15,00 €

Weiter geht es mit dem Reisebericht und Tag 5.

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