Roadtrip Baltikum Tag 9: Wandern im Lahemaa Nationalpark

Roadtrip Baltikum Tag 9: Wandern im Lahemaa Nationalpark

Wir fahren in den Lahemaa Nationalpark

Gestern sind wir ja erst etwas später ins Bett gegangen und konnten so heute morgen, trotz Helligkeit im Zelt, bis fast sieben Uhr schlafen. Frühstück gab es wieder in der schönen Campingküche. Dabei konnten wir durch die großen Fenster sehen, wie die Jugendgruppe geweckt wurde und sie der Reihe nach langsam aus ihren kleinen Zelten krochen. Heute wollten wir wandern im Lahemaa Nationalpark und hofften auf gutes Wetter.

Während wir dann mit dem Auto den Campingplatz verließen, waren die Jungs der Gruppe fertig mit dem Abbau ihrer Zelte und die Mädchen noch nicht einmal richtig fertig mit Aufstehen. Auf jeden Fall ein lustiger Anblick und man fühlte sich an vergangene Pfadfinderzeiten erinnert.

Erster Stopp war bei Circle K in Rakvere, wo wir unseren Mietwagen volltankten. Leider für über 1,4 Euro pro Liter Benzin, relativ teuer für das Baltikum. Wider erwarten wäre es im Lahemaa Nationalpark sogar günstiger gewesen. Diesen erreichten wir auch nach kurzer Zeit und das Wandern sollte beginnen können.

Waldlandschaft im Lahemaa Nationalpark
Waldlichtung im Lahemaa Nationalpark

Wandern im Lahemaa Nationalpark

Im Lahemaa Nationalpark war das Moor Viru Raba unser erstes Ziel. Als eines der ersten Autos parkten wir am dortigen Wanderparkplatz. Da wir uns das Moor als Highlight für den Schluss der Wanderung aufheben wollten, gingen wir die empfohlene Route sozusagen in entgegengesetzter Richtung. Von Norden betraten wir dann den Bohlenpfad über das Moor. Bei strahlendem Sonnenschein fühlte ich mich gleich nach Skandinavien versetzt.

Bohlenpfad durch das Moor Viru Raba im Lahemaa Nationalpark
Bohlenpfad im Moor Viru Raba

Bis zum Aussichtsturm kamen uns nur sehr wenige Menschen entgegen, aber dort trafen wir dann auf eine Reisegruppe nach der anderen. Zurück am Parkplatz waren mittlerweile auch überall Autos. Sogar die Straßenränder waren vollgeparkt. Kein Wunder bei diesem tollen Wetter. Insgesamt waren wir hier 6 Kilometer unterwegs und scheinbar genau rechtzeitig, denn nun sollte es voll werden auf dem Bohlenpfad.

Wir wandern weiter im Lahemaa Nationalpark

Wir fuhren schnell weiter zum nächsten Wanderparkplatz. Hier parkten schon zwei weitere Autos, wir waren also die Nummer drei. Nach einer kurzen Pause ging es in den Wald und zu unserem ersten Ziel. Ein riesiger Felsen, mitten zwischen den Bäumen, welcher den Namen Majakivi trug. Über eine Holztreppe konnten wir ihn besteigen, ehe wir kurze Zeit später aus dem Wald heraus auf einen Bohlenpfad durch das Moor stießen.

Auf dem Majakivi im Lahemaa Nationalpark
Auf dem Majakivi im Lahemaa Nationalpark

Auf der anderen Seite des Moores konnten wir wieder einen Aussichtsturm erkennen. Als wir dort ankamen war dieser von einer Horde Omis belagert, die dort mit Sekt, Schnaps und Proviant ein Picknick veranstalteten. Trotzdem nutzten wir natürlich die Gelegenheit und waren einen Blick auf den Nationalpark von oben und konnten schön das Moor sehen, welches wir eben noch durchwandert hatten.

Blick vom Aussichtsturm auf den Bohlenpfad im Lahemaa Nationalpark
Blick auf Moor mit Bohlenpfad im Lahemaa Nationalpark

Anstatt auf direktem Weg zurück zu gehen, umrundeten wir das Moor. Doch als wir wieder im Wald waren, zog sich der Weg zurück zum Trailhead ganz schön in die Länge. Wir waren mittlerweile auch hungrig und freuten uns auf die Mittagspause am Wanderparkplatz. Nach insgesamt 6,4 Kilometer waren wir wieder am Ausgangspunkt und machten eine Rast am Auto. Bänke waren zum Glück vor Ort, sodass es auch gemütlich genug war.

Nach dem Wandern im Lahemaa Nationalpark

Nach über 12 Kilometer Wandern im Lahemaa Nationalpark beschlossen wir, dass es nur noch kleine Runden werden sollten am heutigen Nachmittag. Erster Zwischenstopp war Juminda tuletorn. Hier gab es eine gratis Zeltmöglichkeit, sogar mit Grill, Bänken und Plumpsklos.

Wegweiser im Lahemaa Nationalpark
Wegweiser im Lahemaa Nationalpark

Wir sahen dort den modernen Leuchtturm sowie den Gedenkort, an welchem man den Toten gedenkt, welche im zweiten Weltkrieg auf der Ostsee verstorben sind.

Nächster Stopp war bei Purekkari neem, wo wir die steinige Halbinsel ins Meer hinausliefen.

Steinige Halbinsel im Lahemaa Nationalpark
Halbinsel im Lahemaa Nationalpark

Wir sahen Schwäne mit Babys und ich baute sogar ein kleines Steinmännchen auf einem der größeren Felsen. Ziel war ein großer Felsen, relativ weit draußen auf der Halbinsel, an dem ein Tau befestigt war. Mit etwas Übung hätte man da also hochklettern können, wir haben es aber nicht geschafft, weil wir am verletzungsfreien Abstieg zweifelten.

Felsen im Lahemaa Nationalpark
Großer Felsen mit Kletterseil

Wieder am Campingplatz Mereoja

Zurück am Auto sind wir dann durch die herrlich grüne Landschaft des Lahemaa Nationalparks gefahren und nach kürzester Zeit landeten wir auch schon in Rakvere. Die Ruine der dortigen Ordensburg war leider schon geschlossen, sodass wir den Besuch auf einen anderen Tag verschieben mussten.

Zurück am Zeltplatz Mereoja ließen wir den Abend ausklingen und genossen die Sonne, die selbst um 22 Uhr noch für ordentlich Helligkeit sorgte.

Gefahrene Kilometer: 265

Kosten Mereoja Camping: 15,00 € pro Nacht

Weiter geht es mit dem Reisebericht und Tag 10.

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