Roadtrip USA – Tag 23: Wanderung zur Devils Hall

Roadtrip USA – Tag 23: Wanderung zur Devils Hall

Stürmische Nacht im Zelt und Fahrt nach Fort Davis

Wie schon angedeutet war die heutige Nacht sehr sehr stürmisch, aber unser Zelt hat gehalten und wir haben auch schlafen können. Anders sah es beim Zelt der jungen Frauen aus. Nachdem das Gestänge gestern Abend schon gebrochen war, konnten sie es nicht wieder aufstellen und auch unsere Hilfe war vergebens. Sie mussten die Nacht in Ihrem Jeep Wrangler verbringen.

Heute Morgen hat der Wind schon etwas nachgelassen, aber die Sicht war schlecht, wahrscheinlich aufgrund des aufgewirbelten Sandes.

Nach dem Frühstück und dem Abbau haben wir uns noch von den beiden Mädels verabschiedet, deren Nacht war wohl nicht so gemütlich. Aber sie haben es trotz ihres kaputten Zeltes durchgezogen.

Erster Stopp war in Fort Davis, wo wir in einem Souvenirshop ein Texas-Nummernschild kaufen wollten, doch leider waren keine verfügbar. Die Idee mit dem Sammeln der Nummernschilder kam uns in Hollywood. Wir wollten nun von jedem bereisten US-Bundesstaat möglichst ein originales altes KFZ-Kennzeichne mit nach Hause nehmen.

Fort Davis – National Historic Site

Also ging es weiter zur Fort Davis National Historic Site. Dieses Fort hatte einst die Aufgabe die alte Verbindungsstraße von San Antonio über El Paso nach Kalifornien zu bewachen.

Viele der Gebäude waren noch gut erhalten, bzw. schön restauriert und die ganze Anlage ist sehr weitläufig und man kann schön spazieren. In manchen Gebäuden waren Exponate aus jener Zeit ausgestellt und vor allem das Lazaret war interessant aufbereitet. Die moderne Medizin stand Ende des 19. Jahrhunderts wirklich noch in den Kinderschuhen. Operiert wurde hier beispielsweise ohne irgendwelche Hygienevorschriften. Es wurden keine Instrumente desinfiziert und auch der mittelalterliche Aderlass wurde noch angewandt.

Alles in allem hat mir der Besuch der historischen Stätte gut gefallen und ich konnte etwas dazu lernen. Pauline war von Fort Davis enttäuscht und es hat ihr, bis auf den Spaziergang, wenig bis gar nicht gefallen. Ich muss ihr dahingegend Recht geben, dass es eben im Vergleich zu den tollen Naturparks nicht mal ansatzweise mithalten kann. Aber zumindest ich wollte schon immer mal ein Fort besuchen.

Nach einem kurzen Snack am Parkplatz sind wir noch zu einem kleinen Souvenirladen nahe des Forts gefahren und haben direkt die Besitzerin nach einem Texasnummernschild gefragt. Sie hatte eigentlich keines, aber wir sollten mit in den Garten kommen, denn an ihrem Zaun hängen viele, zum Teil sehr alte, License Plates. Wir durften uns eines aussuchen und sie hat es dann abgeschraubt. Der Preis dafür war auch eher symbolisch und nicht zu vergleichen mit den Preisen an der Route 66. Glücklich bedankten wir uns bei ihr, denn bald würden wir Texas ja wieder verlassen und damit keine Möglichkeit mehr bekommen ein solches Schild zu kaufen.

Guadalupe Mountains National Park

Weiter ging es über die 17 und die I10 nach Van Horn, wo wir wieder bei Loves getankt haben. Auch die Scheiben wurden gereinigt, denn alles war voll mit Vogelkot und toten Insekten. Was sich da so alles ansammelt bei einer langen Fahrt auf dem Highway. Generell war der silberne Chevrolet Malibu ein Magnet für Vogeldreck.

Über die 54 und die 62/180 sind wir zum Guadalupe Mountains National Park gefahren und schon bald war der Guadalupe Peak zu sehen, die mit 8749ft. höchste Erhebung Texas‘.

Auf dem Campground Pine Springs waren schon alle Tentsites belegt, aber wir durften unser Zelt auf einer der Groupsites aufstellen. Immerhin eine Stelle für die Nacht, aber leider ohne Sitzgelegenheit, da es für die ganze Groupsite nur eine Einzige gab. Die war dementsprechend immer belegt.

Nach dem Zeltaufbau sind wir zum Visitor Center gefahren, da wir noch wandern wollten. Da es schon später Nachmittag war mussten wir uns für eine der kürzeren Routen entscheiden und somit haben wir beschlossen die 6,4 Kilometer lange Wanderung zur Devils Hall zu laufen.

Am Center haben wir noch Clifbars gegessen und uns mit Infomaterial versorgt, bevor es zum Trailhead ging.

Die ersten zwei Kilometer geht es auf einem Wanderweg dahin danach folgt man einem sehr felsigen Wash bis  zum Ziel der Wanderung zur Devils Hall.

In diesem Abschnitt muss man viel klettern und dementsprechend langsam kommt man voran. Die Hall an sich ist ein Canyon und wirklich sehenswert. Nach 3,2 Kilometern kommt ein Schild, dass das Ende des Trails markiert. Unterwegs haben wir immer wieder felsige Abschnitte passieren müssen, konnten aber dennoch die Natur genießen. Die Bäume haben hier eine interessante Möglichkeit, sich vor Feuer zu schützen. Auf einem der Bilder unten sieht man Pauline beim betrachten dieser Schutzschicht. 

Ansonsten ist vor allem das Ziel das Highlight des Trails. Devils Hall ist beeindruckend. Schon mit dem engen Durchgang und den hohen Wänden hinein in die eigentliche „Halle“. Wir fanden es super und haben dort auch noch einen Rentner unterwegs getroffen, der uns Geschichten vom Teufel erzählt hat.

Da die Wanderung zur Devils Hall kein Rundweg ist, ging es für uns den gleichen Weg wieder zurück und wir waren mal wieder die letzten Wanderer auf diesem Trail. Nach 2,5 Stunden waren wir wieder zurück am Parkplatz. Die Restrooms dort haben komischerweise Wasser, die am Campground haben keines.

Gekocht haben wir dann heute in Hocke auf dem Boden mangels freien Sitzgelegenheiten. Abends wurde es sehr kalt und wir sind schnell im Zelt verschwunden.

Gefahrene Meilen: 269 (ca. 433 Kilometer)
Kosten Campground: 8,00$

Weiter geht es im Reisebericht mit Tag 24.

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