Albanien Roadtrip Tag 3: Berat und Apollonia

Albanien Roadtrip Tag 3: Berat und Apollonia

Wir fahren nach Berat

Endlich eine erholsame Nacht, dennoch war ich kurz nach sechs Uhr wach während Pauli noch friedlich weiter geschlafen hat. Kurz nach sieben Uhr haben wir gefrühstückt und festgestellt, dass es keine Tassen gibt in der Wohnung. Also gab es eben keinen Kaffee und keinen Tee und wir mussten zu unserem Entsetzen feststellen, dass die Nusscreme von Conad bei Weitem nicht wie Nutella schmeckt. Für heute war die Besichtigung der Burg von Berat geplant.

Nach dem Frühstück ging es mit dem Auto los in Richtung Fier. Bis dahin kamen wir auf der Autobahn gut voran. Doch ab Fier, eine extrem dreckige und von vielen Abgasen verpestete Stadt, wurde es zäh mit dem Vorankommen. Die SH 73 ist in schlechtem Zustand gewesen und wir waren froh über den Dacia Duster und seine hohe Bodenfreiheit. Damit konnten wir viele der Schlaglöcher einfach auch mal durchfahren. Lange Zeit sind wir dann auch einem LKW nachgefahren, der uns die Sicht nahm.

Für die ca. 85 Kilometer von Vlora nach Berat benötigten wir in etwa 2,5 Stunden. Aber irgendwann waren wir dann doch am Ziel.

An unserem Parkplatz unterhalb der Burg von Berat angekommen
An unserem Parkplatz unterhalb der Burg von Berat angekommen

Auf dem Burgberg von Berat Castle

Die Zufahrt hoch zur Burg von Berat war wegen einer Baustelle gesperrt, aber am nahegelegenen Parkplatz zwischen Kirche und Moschee hatten wir Glück. Als wir ankamen fuhr gerade ein Mercedes los und wir bekamen seine Parklücke. Die Parkgebühr noch schnell bei einem Aufseher bezahlt und dann haben wir uns auf den steilen Aufstieg auf den Burgberg von Berat gemacht.

Aufstieg zur Burg von Berat durch die alten Gassen.
Blick zurück auf den steilen Weg hoch zur Burg Berats

Immer an der Baustelle entlang und ich betone es nochmal, es war wirklich steil und heiß. Gut, dass wir insgesamt 4 Liter Wasser dabei hatten. Endlich oben angekommen auf der Burg von Berat haben wir den Eintritt in Höhe von 200 Lek (ca. 1,60 €) für zwei Personen bezahlt und erstmal die Aussicht von einer der Mauerruinen genossen. Es waren ziemlich viele Bräute hier und haben Hochzeitsfotos mit ihren Ehemännern gemacht.

Nach einem kleinen Snack haben wir das Burgareal erkundet. Nichts ist hier gesichert und abgesperrt, sodass wir auch auf hohen Mauern herumklettern konnten. Immer wieder hatten wir einen tollen Ausblick auf die Stadt Berat, dessen Altstadt auch Stadt der 1000 Fenster genannt wird.

Wir haben heute auch das neue Sonnenschutzspray von Lidl getestet, welches tatsächlich nicht schmiert oder fettet auf der Haut. Mal sehen, ob es auch wirken wird oder ob wir uns einen Sonnenbrand einfangen.

Unser Abstieg von der Burg hinunter nach Berat

Am Ausgang haben wir noch Postkarten gekauft und sind dann die Baustelle wieder entlang nach unten marschiert. Dabei ist uns oben an der Burg noch eine der Schattenseiten Albaniens aufgefallen. Der viele Müll, der einfach in der Natur herumliegt und ein paar Meter weiter die Hinterlassenschaften einer albanischen Mittagspause.

Müllproblem am Hang der Burg von Berat
Müllproblem am Hang der Burg von Berat
Kleiner Espresso für die Bauarbeiter an der Zufahrt zur Burg von Berat.
Pausengestaltung albanischer Bauarbeiter

Plötzlich sehen wir ein Auto den Berg hochfahren, doch an der Baustelle angekommen kam der Fahrer nicht weiter. Seine Versuche zu wenden schlugen an dieser Engstelle natürlich fehl. Anstatt den Motor zu schonen, lief weiter die Klimaanlage auf Hochtouren. Also musste er rückwärts den steilen Weg zurück fahren. Das muss schon sehr anstrengend für den Fahrer gewesen sein. Zu Fuß waren wir schneller wieder unten.

In einem Minimarket haben wir kühles Wasser und Pepsi gekauft und an dem großen Platz gegenüber unseres Parkplatzes im Schatten getrunken. Ganz in Ruhe und gemütlich auf einer Bank. War nach dem Auf- und Abstieg auf die Burg von Berat herrlich angenehm einfach im Schatten zu sitzen.

Schattiges Plätzchen mitten in Berat
Schattiges Plätzchen mitten in Berat

Wir erkunden die Ausgrabungsstätte von Apollonia

Mit dem Auto ging es dann zurück nach Fier über die schlechte Straße und vorbei an einem Haus, welches aussah wie ein Schiff. Dann durch die Stadt und vorbei an Schafherden auf der Straße zur Ausgrabungsstätte Apollonia.

Wir parkten im Schatten eines Baumes auf der Wiese, zahlten unseren Eintritt und liefen los über das archäologische Gelände. Der Eintritt hier war etwas teurer und wir bezahlten 800 Lek, was in etwa 6,4 € entsprach. Besonders eindrucksvoll, da am besten erhalten, fanden wir den Säuleneingang des Tempels und das Odeon.

Auf der Karte sah das Theater super groß und spannend aus, weshalb wir es überall suchten, aber vorerst nirgendwo finden konnten. Dabei lief uns eine kleine Schildkröte über den Weg.

Die kleine Schildkröte ist uns in der Ausgrabungsstätte über den Weg gelaufen
Die kleine Schildkröte ist uns in der Ausgrabungsstätte über den Weg gelaufen

Wir befanden uns schon wieder auf dem Rückweg zum Auto, als wir auf einem Schild am Weg außerhalb der eigentlichen Ausgrabungsstätte Teatri lesen konnten. Und tatsächlich. Unter uns war das Theater zu sehen. Doch leider zu Fuß nicht zu erreichen, weshalb wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz durch das kleine Wäldchen machten.

Rückfahrt nach Vlora

Generell fallen uns immer weider Nutzfahrzeuge auf, die noch mit deutschen Schriften versehen sind. Sicherlich schon vor Ewigkeiten nach Albanien verkauft worden. So auch ein Bus mit albanischer Werbung auf der Außenfläche, dessen Fahrtzielanzeige „Sonderfahrt“ anzeigte.

Die Fahrt über die Autobahn war durch das diffuse Licht sehr ermüdend und ich musste mich am Steuer wirklich konzentrieren. Zum Glück war auf der Autobahn wenig Verkehr.

Der Abend in Vlora

Im Apartment angekommen erholten wir uns einige Augenblicke lang und ich suchte im Internet nach Informationen zur Tankanzeige des Dacia Dusters. Und in der Tat. Weder wurden wir betrogen, noch ist sie kaputt. Sobald der erste Balken verschwindet, sind noch 42 Liter im Tank. Je nachdem wie sehr man übertankt passen bis zu 65 Liter in den Tank. Der Tankwart hat also sehr gut übertankt und wir uns schon gewundert, warum die Tankanzeige über 200 Kilometer lang auf voll stand.

Und auch, dass der Bordcomputer bei Hitze seine Werte löscht ist ein bekanntes Problem des Dacia.

Nachdem wir uns kurz erholt hatten, fuhren wir nochmal zu Conad einkaufen.

Wir kochten uns heute Nudeln und brieten und Schweinesteaks dazu an. Als weitere Beilage gab es Gurken und Tomaten. Pauli ekelte sich dabei vor der großen, herumfliegenden Gottesanbeterin, die unseren Balkon als ihr Revier betrachtete.

Am Abend dann schrieb ich wieder Tagebuch und Pauli entspannte sich mit auf dem Balkon. Wir tranken albanisches Bier der Marke „Korca“, welches in der gleichnamigen Stadt gebraut wird. Ist recht gut trinkbar und bekömmlich. Nachdem wir noch duschen waren, endete auch unser Urlaubstag.

Gefahrene Kilometer: 211

Kosten Apartment: 27,00 €

Schreibe einen Kommentar