Roadtrip USA – Tag 22: Wir erkunden den Big Bend National Park

Roadtrip USA – Tag 22: Wir erkunden den Big Bend National Park

Auf geht’s in den National Park

Heute morgen haben wir uns beeilt loszukommen, denn wir wollten möglichst viel Zeit im Big Bend Nationalpark zur Verfügung haben. Da wir noch eine weitere Nacht auf dem Campground in Terlinuga bleiben wollten, mussten wir unser Zelt nicht abbauen und kamen dementsprechend schneller los als sonst.

Am Nationalparkschild des Big Bend National Park haben wir kurz gehalten und das obligatorische Foto gemacht und im Anschluss haben wir uns an der westlichen Eingangsstation unser Permit geholt. Das gibt es dank dem Interagency Annual Pass ohne weitere Gebühren.

Unser Tag im Big Bend National Park

Unser Plan war den Park zuerst auf der Hauptstraße zu durchqueren und dann auf dem Rückweg die Sehenswürdigkeiten anzusteuern. Erstes Ziel war demnach das Rio Grande Village, wo jedoch das Visitor Center nicht geöffnet war und zwei Ranger mit ihren Autos die Zufahrt versperrten.

Unterwegs sind uns die vielen dämlichen Vögel, Roadrunner wohl, aufgefallen. Die stehen am Straßenrand und anstatt wegzufliegen laufen sie, kurz bevor das Auto kommt, über die Straße. Man muss da wirklich aufpassen, um keinen mitzunehmen.

Nächster Halt war am Boquillas Canyon und dort sind wir den Trail gelaufen.

Anfangs geht es ein Stück bergauf und dann bergab direkt zum Ufer des Rio Grande, der hier auch etwas breiter ist, aber immer noch flach erscheint. Dort stehen dann auch mexikanische Souvenirs und hin und wieder ein Mexikaner. Der eine hat sich Singing Jesus genannt und immer gesungen, wenn jemand vorbeigelaufen kam. Natürlich wollten alle eine Spende, was wir aber abgelehnt haben, auch die Souvenirs fanden wir wenig ansprechend.

Immer weiter am Fluss entlang ging es in den Canyon hinein, wo es im Schatten auch angenehm kühl war. Von wegen Schnee, da hat der Amerikaner uns wirklich versucht zu verkohlen.

Die Wanderung am Rio Grande entlang in den Canyon hinein war super und hat uns sehr gut gefallen. Insgesamt ist die Strecke 1,5 Meilen (ca. 2,4 Kilometer) lang und kein Rundweg, aber bei der schönen Kulisse läuft man gerne den gleichen Weg zurück.

Zurück am Auto sind wir zum Visitor Center in Panther Junction gefahren und haben uns dort etwas umgesehen. Dabei konnten wir das Gespräch einer deutschen Familie mit einem Ranger mitanhören. Sie wollten unbedingt eine Wanderung unternehmen, von der der Ranger abgeraten hat, da momentan wohl gefährlich. Er hat ihnen eine Alternative vorgeschlagen und dann kamen sie damit heraus, dass sie mit ihrem großen RV unterwegs sind, die Zufahrtsstraße nach Chisos Basin aber nur für maximal 24 Fuß lange Fahrzeuge geeignet ist. Sie wollten das dann mit ihrem Wohnmobil versuchen und auf keinen Fall auf eine andere Route ausweichen. Gab eine richtige Diskussion mit dem Ranger dort.

Wir haben dann Postkarten gekauft und sind dann auf die genannte Bergstraße nach Chisos Basin gefahren. Unterwegs wurde es immer kühler und wir hätten auch auf Bären treffen können. Leider haben wir aber keinen gesehen.

Leider waren unterwegs alle Trailheads bereits komplett zugeparkt und wir mussten wieder zurück fahren und sind dann auf den Ross Maxwell Scenic Drive abgebogen. Erster Stopp auf dieser Strecke war das Visitor Center in Castolon, wo wir trotz Sandsturm zu Mittag gegessen haben.

Kurz haben wir uns im Store umgesehen, aber gekauft haben wir nichts, da wir ja unsere Vorräte im Auto hatten.

Weiter ging es den Scenic Drive entlang zum Santa Elena Canyon Trail.
Den wollten wir wandern, doch Paulines Füße mussten sich erstmal an die neuen Schuhe gewöhnen und so bin ich alleine ein Stück den Felsen am Fluss hochgeklettert.

Von dort oben hat man dann eine super Aussicht und unten am Fluss waren viele amerikanische Familien und haben gepicknickt.

Rückweg zum Campground und Sturm in der Nacht

Auf dem Rückweg nach Terlingua haben wir noch an verschiedenen Viewpoints gehalten, aber es wurde zusehends windiger und damit wurde auch viel Sand durch die Luft gewirbelt.

Nachdem wir den Drive beendet hatten waren wir genug unterwegs im Big Bend und sind zurück zum Campground gefahren. An der dortigen Tankstelle haben wir noch etwas nachgetankt.

Da wir uns nicht in die Hitze setzen wollten sind wir noch zur Terlingua Ghost Town gefahren und haben uns dort etwas umgesehen, aber so richtig Ghosttown war das irgendwie nicht. Dafür war zuviel eindeutig Bewohntes zu sehen. Aber die auf alt gemachten Unterkünfte haben uns gut gefallen.

Zurück am Zeltplatz haben wir schnell gekocht, diesmal gab es Dosenravioli, denn wir wollten mal testen, ob die hier in den USA genauso schmecken wie bei uns in Deutschland. War kein kulinarischer Genuss und wir wollten lieber wieder selber kochen.

Die Duschen haben wir auch noch genutzt, diese musste man extra bezahlen, geht aber für diese Region in Ordnung.

Abends hat der Sandsturm zugeschlagen und wir mussten den Abend im Auto verbringen. Es hat so sehr gestürmt, dass unser Zelt nur am wackeln war und sich immer wieder Dornenbüsche darin verfangen haben. Die mussten wir immer wieder entfernen. Aber unser Sturmzelt hat gehalten, so wie in Skandinavien bei starkem Wind eben auch, aber das Walmartzelt der beiden Mädels nebenan hat ganz schön gelitten. Sie haben versucht es im Sturm aufzubauen und wir haben ihnen geholfen, aber da war das Gestänge schon gebrochen.

Bei der lauten Geräuschkulisse des Windes hat es mit Einschlafen etwas gedauert. ;)

Gefahrene Meilen: 191 (ca. 307 Kilometer)
Kosten Campground: 16,00$

Hier geht es weiter im Reisebericht mit Tag 23.

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