Roadtrip USA – Tag 17: Arizona Desert Museum – unser Besuch

Roadtrip USA – Tag 17: Arizona Desert Museum – unser Besuch

Am Gates Pass

Natürlich sind wir auch heute wieder zeitig auf den Beinen gewesen, wie könnte es auch anders sein. Schon um 05:30 Uhr sind wir aufgewacht und haben uns heute besonders beeilt mit dem Morgenprogramm fertig zu werden, da es noch ziemlich kalt draußen war und wir in das Arizona Desert Museum wollten.

Hat aber alles gut geklappt und schon kurz nach sieben Uhr saßen wir im Auto in Richtung Gates Pass. Der Pass liegt im Westen von Tucson und die Straße war bis in die frühen 2000er eine der gefährlichsten Straßen der Welt aufgrund vieler Verkehrsunfälle. Davon war nichts mehr zu spüren und wir genossen die Aussicht am Viewpoint und informierten uns über die Historie. Thomas Gates begann hier 1883 mit dem Bau einer Straße um eine Abkürzung durch die Tucson Mountains zu kreieren. Er hat für seine Pläne extra das Land gekauft, was er sich als Ranch und Saloon Besitzer wohl locker leisten konnte. Wir sind bereits in Yuma über seinen Namen gestoßen, denn dort war er eine Zeit lang Gefängnisdirektor. 

Blick vom Gates Pass auf den Saguaro National Park
Blick vom Gates Pass auf den Saguaro National Park

Gilbert Ray Campground

Weiter ging es für uns zum nicht weit entfernten Gilbert Ray Campground ebenfalls im Westen der Stadt. Wir konnten die Dächer der Wohnmobile und den weitläufigen Campingplatz schon vom Pass aus gut sehen. Dort kann man keine Tentsites reservieren, hier gilt „wer zuerst kommt campt zuerst“. Deshalb waren wir auch schon so zeitig dort.

Die Rangerstation war unbesetzt, also konnten wir uns selbst registrieren und haben uns natürlich auch gleich eine schöne Campsite ausgesucht.

Grünes Tunnelzelt auf steinigem Untergrund vor Kakteen auf dem Gilbert Ray Campground
Unser Zelt auf dem einfachen Gilbert Ray Campground

Im unserem Reiseführer war dieser Campground als rustikal beschrieben, aber wir fanden ihn jetzt schon super. Die Sanitäranlagen waren einfach, aber sauber. Sogar Seife gab es dort, ein Novum auf unserer bisherigen Reise. Und vor allem war unsere Tentsite herrlich gelegen, mit einem tollen Blick auf die Tucson Mountains und die vielen Kakteen. Gut, Duschen gab es hier keine, aber das ist ja auch nicht weiter tragisch und die Nacht kostete uns hier nur 10 $. Unser bislang günstigster Campground.

Arizona Desert Museum

Nachdem wir das Zelt aufgestellt hatten sind wir zum Arizona-Sonora Desert Museum gefahren, wo schon einiges los war. Nach etwas Warten haben wir unsere Tickets gekauft, mit 41$ nicht ganz billig. Aber auch hier gab uns unser Reiseführer den Tipp, dass man viele Wüstenbewohner hier finden kann. Und tatsächlich ging es schon gut los, mit farbigen Bienenstöcken.

Bunte Bienenstöcke im Arizona Desert Museum
Bienenhäuser im Arizona Desert Museum

Der Besuch hat sich definitiv gelohnt, das stellte sich schon nach den ersten Tierbeobachtungen heraus. Verschiedene Pflanzen und Kakteen konnten man an jeder Ecke dort sehen. Auch die typischen Saguaros waren natürlich vertreten. Außerdem haben wir viele Wüstenbewohner sehen können, die wir leider oder zum Glück in der freien Wildbahn noch nicht getroffen haben. Zum Beispiel kämpfende Präriehunde, Klapperschlangen, Wüstenfüchse, Schildkröten, Frösche und Echsen. Der Wüstenfuchs erinnerte uns auf dem Foto an das Logo des Firefox Browsers und die Klapperschlange wollten wir bei dem Anblick auch besser hinter einer Glasscheibe wissen.

Mein persönliches Highlight war aber das Kolibrihaus. Diese Vögel habe ich noch live gesehen und hier waren sie überall. Saßen auf Ästen, flogen herum oder schwebten einfach auf der Stelle. Dank ihrer schnellen Flügelschläge sind sie dazu in der Lage. Und sie waren gar nicht scheu und kamen uns ganz schön nahe.

Leider waren an diesem Tag auch einige Grundschulklassen unterwegs, die für einigen Lärm und Tumult sorgten, aber wir konnten ihnen so gut es ging aus dem Weg gehen. Pflanzentechnisch haben uns vor allem die Creeping Devils gefallen. Diese Kakteen wachsen am Boden entlang, was ihnen ihren Namen eingebracht hat.

Kriechende Kakteen im Arizona Desert Museum
Creeping Devil

Nach etwas zwei Stunden hatten wir den Rundweg durch das schön angelegte Museum beendet. Auf dem Weg zurück zum Auto haben wir uns auf dem Parkplatz noch mit einem Amerikaner unterhalten. Auch er versicherte uns, wie sehr er Deutschland doch mag und, dass er dort einen Kumpel hat den er mal wieder besuchen möchte.

Westteil des Saguaro National Park

Nächster Stopp war am Visitor Center des Saguaro Nationalparks West, wo wir uns etwas informiert haben und einen Hut für Pauline gekauft haben. Der hat sich bei der Sonneneinstrahlung auf jeden Fall bezahlt gemacht, genauso wie die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 100.

Leider kann man im Westteil ohne SUV nur wenige Ziele ansteuern und nach unserem Erlebnis im Sand wollten wir auch nichts mehr riskieren. Dennoch sind wir das kurze Stück auf der Schotterpiste zur Sus-Picnic-Area gefahren und haben dort zu Mittag gegessen.

Immerhin sind wir den Bajada-Loop-Trail entlang spaziert, mehr war es auch nicht, denn dieser ist sogar asphaltiert. Insgesamt fanden wir diesen Park nicht so schön und sehenswert. Da war das Organ Pipe Cactus National Monument deutlich eindrucksvoller.
Zustäzlich zu den Saguaros gab es dort eben auch noch die Organ Pipes. Und diese Mischung aus beiden großen Kakteenarten hatte seinen ganz eigenen Reiz. Zudem waren die „Orgelpfeifen“ gute Schattenspender.

Aber doch auch hier fanden wir immer wieder sehenswerte Saguaros. Und mit etwas Fantasie konnte man sie sogar in verschieden Rollen einteilen. Beispielsweise den tanzenden Saguaro im Foto hier. Oder den Vergleich ziehen zwischen einem lebendigen und einem abgefaulten Saguaro.

Nachmittag in Tucson und Abend am Gates Pass

Am späten Nachmittag sind wir nochmal nach Tucson gefahren und haben im Target unsere Vorräte aufgestockt und das dortige WIFI genutzt.

Zum Abendessen gab es dann selbstgemacht Burger wie ihr auf dem nächsten Foto sehen könnt. Unsere gut sortierte Campingküche. Tagsüber war alles im Rollkoffer verstaut und Abends konnten wir es ganz einfach schnell aus dem Auto holen und aufbauen.

Ich bin zum Sonnenuntergang nochmal zum Gates Pass gefahren, um diesen dort zu fotografieren. Da war auch einiges los und viele Leute waren auch mit Kamera vor Ort oder saßen mit Freunden herum.

Der Sonnenuntergang an sich war aber nicht der Spektakulärste. Da hatten wir zum Beispiel am Carpinteria State Beach einen bedeutend intensiveren Sonnenuntergang.

Nach meiner Rückkehr zum Campground war es natürlich schon dunkel und ich schrieb noch Tagebuch, ehe wir uns ins Zelt verabschiedeten. Mussten ja am nächsten Tag wieder früh aufstehen.

Gefahrene Meilen: 80 (ca. 129 Kilometer)

Kosten Campground: 10,00 $

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