Reisetipp Albanien: Ruinenstätte Apollonia

Reisetipp Albanien: Ruinenstätte Apollonia

Während unseres Roadtrips durch das abenteuerliche Albanien haben wir die ein oder andere historische Sehenswürdigkeit besuchen können. So war es beispielsweise ein kleines Abenteuer für uns, die Festung von Porto Palermo zu erkunden. Das Betreten des dunklen Inneren der Burganlage stand im krassen Kontrast zum Ausblick auf das blaue Mittelmeer vom Dach der Festung aus. Unser heutiger Reisetipp, die Ruinenstätte Apollonia, ist ausnahmsweise mal keine Burg, sondern eine Ausgrabungsstätte. Ähnlich derer von Butrint oder Amantia.

Die Festung Porto Palermo stellen wir euch in einem eigenen Reisetipp für Albanien vor.

Die große Ausgrabungsstätte Apollonia ist sehr weitläufig und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen durch die Ruinen und Bäume ein, welche angenehmen Schatten spenden.

Mehr zu unserem Roadtrip durch Albanien kann man in unserem detaillierten Reisebericht nachlesen.

Die Ruinenstätte Apollonia im Überblick

Homepage:Keine offizielle albanische Homepage bekannt
Beste Jahreszeit:Frühjahr bis Herbst
Fakten und Zahlen:– neben Butrint die bedeutendste Ausgrabungsstätte in Albanien
– eine der wenigen griechischen Kolonien an der Adria
– täglich von 09 – 18 Uhr geöffnet (ca. 400 Lek Eintritt)
Unsere Highlights:– die schattigen Bäume zwischen den Ruinen
– unsere Suche nach dem Theater von Apollonia
– unser Treffen mit der Schildkröte

Allgemeines zur Ruinenstätte Apollonia

Die im Albanischen Apollonia genannte Ausgrabungsstätte ist neben derer in Butrint im äußersten Süden des Landes die wichtigste ihrer Art in Albanien. Ist sie doch eine der wenigen griechischen Kolonien, welche an der Adria existierten.

Geschichte Apollonias

Im Jahr 588 vor Christus wurde die heutige Ruinenstätte Apollonia gegründet. Für etwas 1000 Jahre war die Stadt ein wichtiges urbanes Zentrum der Region. Angeblich sollen dort bis zu 60.000 Menschen gelebt und gearbeitet haben.

Die griechische Kolonie wurde am ehemaligen Verlauf des Flusses Vjosa gegründet und nach dem Gott Apollon benannt, wie zahlreiche andere griechische Kolonien im Mittelmeerraum ebenfalls. Die Lage auf dem Hügel bot und bietet noch immer gute Blicke in die Region. Ja, sogar bis ans Meer soll man sehen können.

Blick auf die hügelige Umgebung von Apollonia. Hier mit vier Betonbunkern.
Blick auf die hügelige Umgebung von Apollonia. Hier mit vier Betonbunkern.

Die fruchtbaren Böden und der florierende Handel sorgten für großen Wohlstand der Bewohner und schon etwa 200 Jahre nach Gründung waren 100 Hektar Land besiedelt. Diese wirtschaftliche Stärke bewahrten auch während der Zeit der römischen Herrschaft die politische Unabhängigkeit der Stadt. Eine Verbindung gibt es auch zum antiken Amantia, welches durch Apollonia unterworfen wurde. In Amantia kann man heute vor allem das antike Stadion vor beeindruckender Bergkulisse erleben.

Die antike Sportstätte Amantia stellen wir in einem gesonderten Beitrag näher vor. Dort hat uns vor allem gefallen, dass man auf eigene Faust das alte Stadion sowie dessen Ränge erkunden kann.

Doch wie so oft hielt die wirtschaftliche Stärke nicht für immer an. So veränderte sich der Lauf des Flusses nach einem starken Erdbeben und das aufstrebende Vlora machte Apollonia Konkurrenz.

Obwohl die ehemalige Hafenstadt niemals durch Menschen zerstört wurde, sondern vielmehr einfach aufgegeben wurde, sind heute dennoch gerade einmal fünf Prozent der Überreste ausgegraben und archäologisch bearbeitet. Und das obwohl bereits im 15. Jahrhundert die antiken Ruinen als die Überreste Apollonias identifiziert wurden. Potential ist hier in Apollonia also noch reichlich vorhanden.

Unterwegs in Apollonia

Leider kann man die Ausgrabungsstätte bei Weitem nicht mit Butrint vergleichen. Das Gelände wird nur wenig gepflegt, weitere Ausgrabungen finden kaum statt und beschildert oder mit Informationen versehen ist das Wenigste. Immerhin gibt es am Eingang ein großes Schild mit einem Lageplan des Areals.

Übersichtsplan der Ruinenstätte Apollonia
Übersichtsplan der Ruinenstätte Apollonia

Trotz der wenigen vermittelten Informationen lohnt sich ein Besuch der Ruinenstätte Apollonia. Denn dank des Lageplans, kann man sich eine Route für eine Entdeckungstour auf eigene Faust zurechtlegen. Auf diese Weise kommt man an den bedeutendsten Ruinen vorbei.

Das Wahrzeichen von Apollonia. Das Buleuterion.
Das Wahrzeichen von Apollonia. Das Buleuterion.

Beispielsweise am Buleuterion, dem Versammlungsort des Stadtrates und dem heutigen Wahrzeichen der Ruinenstätte Apollonia oder dem Odeon für Theatervorstellungen und etwa 300 Sitzplätzen.

Das Odeon von Apollonia gegenüber dem Buleuterion
Das Odeon von Apollonia gegenüber dem Buleuterion

Auch ein Abstecher zur Akropolis auf dem Hügel am Rande der Ausgrabungsstätte lohnt sich. Denn von dort hat man einen super Ausblick, sogar bis zum Meer. Spannend ist auch die Suche nach den Überresten des Theaters, welches wir erst nach einigem Hin und Her von der Akropolis aus sehen und erreichen konnten.

Außerdem kann man dem archäologischen Museum einen Besuch abstatten, welches vor allem zur Geschichte von Apollonia informiert. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Restaurant, welches auf dem Apollon-Hügel angesiedelt ist. Ebenfalls auf dem Gelände der Ausgrabungsstätte befindet sich die Klosteranlage Shen Merise, welche bereits seit mehreren hundert Jahren an diesem Ort besteht.

Wie kommt man zur Ruinenstätte Apollonia und wo kann man parken?

Im Grunde genommen ist die Ausgrabungsstätte Apollonia gut zu erreichen, liegt sich doch nur wenige Kilometer entfernt von der Stadt Fier. Über die Straßen SH4 und SH94 sowie SH66 ist unser Reisetipp für albanische Verhältnisse sehr gut angebunden. Da hat man es nach Amantia beispielsweise deutlich länger und beschwerlicher, bis man ankommt.

Kurioses findet man auch ab und an beim Fahren durch Albanien. So wie hier das Schiffhaus. Auf dem Weg zur Ausgrabungsstätte Apollonia.
Kurioses findet man auch ab und an beim Fahren durch Albanien. So wie hier das Schiffhaus.

Dennoch sind albanische Straßen stets für eine oder mehrere Überraschungen gut, sodass man stets ausreichend Zeit einplanen sollte. Wir hatten beispielsweise auf dem Weg nach Apollonia mit vielen Schafen auf der Straße zu tun, sodass wir nur sehr langsam vorankamen.

Mit Überraschungen wie diesen muss man in Albanien immer rechnen. So wie die Schafherde hier auf dem Weg zur Ruinenstätte Apollonia.
Mit Überraschungen wie diesen muss man in Albanien immer rechnen

Vor Ort angekommen merkt man dann auch schnell, dass der Ort noch nicht allzu sehr touristisch erschlossen wurde. So stellt man sein Auto einfach auf der Wiese vor der Anlage ab. Je nach Besucheraufkommen, kann man sogar im Schatten der Bäume parken.

Unser Besuch der Ruinenstätte Apollonia

Am dritten Tag unseres Roadtrips durch Albanien besuchten wir zuerst die Burg von Berat. Anschließend hatten wir auf dem Rückweg nach Vlora noch genügend Zeit zur Verfügung um auch der Ruinenstätte Apollonia einen Besuch abzustatten. Und mehr als ein paar Stunden benötigt man im Grunde genommen auch nicht um sich einen Überblick über das Gelände zu verschaffen.

Parkplatz auf der Wiese vor dem Gelände der Ruinenstätte Apollonia
Parkplatz auf der Wiese vor dem Gelände der Ruinenstätte Apollonia

Wie schon gesagt, stellten wir unseren Mietwagen, einen Dacia Duster, im Schatten eines Baumes ab und hatten es von dort nicht mehr weit bis zum Eingang des Geländes. Wir bezahlten 800 Lek Eintritt (circa 6,4 Euro). Besonders eindrucksvoll, da am besten erhalten, fanden wir den Säuleneingang des Tempels (beziehungsweise des Versammlungsortes des Stadtrates wie wir im Nachhinein gelernt haben) und das Odeon.

Nachdem wir das Hauptareal besucht hatten, sind wir den Hügel hinauf zur Akropolis gelaufen und haben von dort den Ausblick auf die Umgebung genossen. Dann wollten wir noch das Theater besichtigen, welches groß eingezeichnet war auf dem Plan des Geländes.

Auf der Karte sah das Theater super groß und spannend aus, weshalb wir es überall suchten, aber vorerst nirgendwo finden konnten. Dabei lief uns eine kleine Schildkröte über den Weg.

Diese süße Schildkröte ist uns bei unserer Suche nach dem Theater über den Weg gelaufen. Auf dem Gelände der Ruinenstätte Apollonia.
Diese süße Schildkröte ist uns bei unserer Suche nach dem Theater über den Weg gelaufen

Wir befanden uns schon wieder auf dem Rückweg zum Auto, als wir auf einem Schild am Weg außerhalb der eigentlichen Ausgrabungsstätte Teatri lesen konnten.

Endlich. Wir haben das Theater von Apollonia gefunden.
Endlich. Wir haben das Theater von Apollonia gefunden.

Und tatsächlich. Unter uns war das Theater zu sehen. Doch leider zu Fuß nicht zu erreichen, weshalb wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz durch das kleine Wäldchen machten.

Unser persönliches Fazit zur Ruinenstätte Apollonia

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns unser Spaziergang durch die Ruinenstätte von Apollonia gut gefallen hat. Die antiken Ausgrabungen lassen sich gut auf eigene Faust erkunden. Wir empfehlen jedoch einen Reiseführer mitzunehmen, um zur Geschichte des Ortes nachlesen zu können, denn vor Ort wird wirklich kaum informiert.

Rundgang auf der Ruinenstätte Apollonia
Rundgang auf der Ruinenstätte Apollonia

Das ist sehr schade, denn in Butrint klappt das auch. Ob das wohl an den vielen Besuchern liegt, welche von Korfu aus kommen? Wer weiß. Doch für einen schönen Spaziergang durch die Ruinen und hinauf auf die Akropolis lohnt sich der Besuch der Ausgrabungsstätte Apollonia definitiv. Der Preis ist gemessen am Gebotenen jedoch etwas zu hoch, sollte aber auch nicht abschrecken. Mehr als einen halben Tag sollte man aber auch nicht einplanen für den Besuch.

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