Reisetipp Bulgarien: Festung Ovech bei Provadia

Reisetipp Bulgarien: Festung Ovech bei Provadia

Auch während unseres ersten All Inclusive Urlaubs überhaupt, lagen wir nicht nur entspannt am Pool, sondern haben auch einiges erlebt und gesehen. Unser Hotel lag direkt an der bulgarischen Schwarzmeerküste und mit einem Mietwagen erkundeten wir von dort aus verschiedene Gegenden, Städte und Sehenswürdigkeiten Bulgariens. Eine dieser Sehenswürdigkeiten ist die Festung Ovech bei Provadia, welche ich ausnahmsweise mal alleine besuchte.

Einen detaillierten Reisebericht zu unserem ersten All Inclusive Urlaub haben wir auch auf unserem Blog veröffentlicht.

Zugegeben, von der Burg Ovech ist nicht mehr allzu viel übrig geblieben, das Plateau mit seiner langgestreckten Ausdehnung bietet jedoch durchaus etwas zu entdecken und lädt zu einem langen Spaziergang mit vielen Ausblicken auf die Umgebung ein.

Was gibt es Allgemeines zur Festung Ovech zu sagen?

Die oberhalb der Stadt Provadia liegende Festung Ovech beansprucht das große Felsplateau für sich und liegt, beziehungsweise lag, auf diese Weise gut geschützt im Osten der Stadt. Vom vierten bis siebten Jahrhundert nach Christus wurde die Anlage intensiv genutzt ehe sie für etwa hundert Jahre in Vergessenheit geriet.

Blick von der Festung Ovech auf die Stadt Provadia
Blick von der Festung Ovech auf die Stadt Provadia

Erst im neunten Jahrhundert nach Christus wurde die Burg wieder genutzt und lag zu dieser Zeit strategisch günstig im Landesinneren unweit der Stadt Varna sowie den beiden Hauptstätten Pliska und Preslaw. Sie sollte im Falle eines Angriffes der Byzantiner als Rückzugspunkt und Verteidigungslinie dienen, da Varna gegen die Übermacht der Byzantiner nicht verteidigt werden konnte.

Und in der Tat mussten die Byzantiner im Jahr 1278 auf diese Weise zwei große Niederlagen hinnehmen, als sie versuchten an der Festung Ovech vorbei in Richtung Landesinnere vorzudringen. Erst im Jahr 1366 hielt die Verteidigungsanlage dem Ansturm der Osmanen nicht mehr stand und wurde erobert. Aufgegeben wurde die Festung Ovech erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts, als sie von den Osmanen nicht mehr benötigt wurde.

Die Aussicht von der Festung Ovech aus sind bei bewölktem Himmel besonders fotogen
Die Aussicht von der Festung Ovech aus ist bei bewölktem Himmel besonders fotogen

Wie kommt man zur Festung Ovech und wo kann man parken?

Sicherlich ist auch die Anreise nach Provadia mit dem ÖPNV möglich, Provadia verfügt immerhin über einen Bahnanschluss. Da wir das jedoch nicht ausprobiert haben, konzentrieren wir uns auf die Anreise zur Festung Ovech mit dem eigenen Fahrzeug.

Vom Landesinneren sowie von Varna in der Gegenrichtung aus, nutzt man am besten die Autobahn A2 um dann im Anschluss der Landstraße 208 in Richtung Süden nach Provadia zu folgen. Die Anreise von Süden her ist da schon etwas langwieriger. Hier fehlen einfach die Straßen als Nord-Süd-Verbindung, sodass man der Küstenstraße folgen muss bis Staro Oryahovo. Von dort geht es über die Landstraße 904 bis Provadia und der Festung Ovech. Auf dieser Strecke sollte man kein allzu schnelles Fortkommen erwarten und sich etwas Zeit nehmen.

Insgesamt gibt es drei Zugänge zur eigentlichen Festung Ovech. Der Haupteingang ist dabei im Nordteil zu finden und führt über die etwa 150 Meter lange Brückenkonstruktion, welche das Festungsplateau mit dem benachbarten Plateau Tabiite verbindet. Von der Stadt aus kann man über eine Wendeltreppe hinaufgelangen und für alle motorisierten Besucher empfiehlt sich der Ostaufstieg, welcher mit seinen in Stein gehauenen Stufen in Originalform erhalten ist.

Kleiner Parkplatz am Ostaufstieg zur Festung Ovech
Kleiner Parkplatz am Ostaufstieg zur Festung Ovech

Vor Ort entschied ich mich für den Zustieg über den Osteingang und parkte unseren Wagen direkt auf Beginn des Zugangs.

Schotterpiste zum Ostaufstieg der Festung Ovech
Schotterpiste zum Ostaufstieg der Festung Ovech

Die Schotterstraße ist eine Einbahnstraße und, wenn auch holprig, durchaus mit einem normalen PKW zu befahren. Will man nichts riskieren, dann parkt man an der Landstraße und geht den Rest bergauf noch zu Fuß.

Was kann man auf der Festung Ovech unternehmen?

Egal welchen Aufstieg man letzten Endes wählt, man gelangt stets nach oben auf das Plateau der Festung Ovech hoch über der Stadt Provadia. Um sich einen Überblick zu verschaffen, kann man als erstes das Plateau umrunden und die vielen verschiedenen Blickwinkel auf die Stadt und die nähere Umgebung genießen. Auch den kleinen Hügel lohnt es zu erklimmen um noch ein wenig mehr Aussicht genießen zu können.

Die steinernen Stufen des Ostaufstiegs auf die Festung Ovech sind noch im Originalzustand erhalten
Die steinernen Stufen des Ostaufstiegs sind noch im Originalzustand erhalten

Auf diese Weise nähert man sich dann automatisch irgendwann dem noch erhaltenen Part der Festungsanlage. Immer wieder findet man zwar Ruinen auf dem Plateau, doch die Gebäude und Mauern an der Toranlage im Norden sind am besten erhalten beziehungsweise zum Teil schon restauriert. Dort beginnt auch die Holzbrücke auf das Nachbarplateau.

Durch das enge Burgtor gelangt man über die Brücke aus Holz auf das Nachbarplateau
Durch das enge Burgtor gelangt man über die Brücke aus Holz auf das Nachbarplateau

Bevor man sich auf den Weg über die Holzbrücke auf die andere Seite begibt sollte man noch die zinnenbewährten Mauern der Toranlage besteigen und sich zurückversetzen lassen in die goldenen Zeiten der Burg vor vielen hundert Jahren.

Der Zugang zum Tor ist dann eng und der alte Weg ist an der, in den Fels gehauenen, Rinne gut auszumachen. Auch konnte auf diese Weise von den Mauern der Zugang zur Burg gut kontrolliert werden.

Das gut erhaltene und restaurierte Nordtor der Festung Ovech
Das gut erhaltene und restaurierte Nordtor der Festung Ovech

Seinen Spaziergang sollte man dann noch etwas ausdehnen und über die Brücke auf die andere Seite wechseln. Von dort ist es nicht mehr weit bis zu einem kleinen Aussichtsturm auf einem Hügel, von wo man noch einmal einen tollen Blick auf Provadia und die Festung Ovech erhält.

Auch vom kleinen Aussichtsturm im Norden der Burg hat man einen tollen Blick
Auch vom kleinen Aussichtsturm im Norden der Burg hat man einen tollen Blick

Nicht zuletzt macht vor allem die gebotene tolle Aussicht einen Ausflug auf die Burg empfehlenswert. Was die historischen Anlagen angeht, darf man nicht viel Erläuterungen erwarten. Wer darüber hinwegsehen kann, wird mit der Festung Ovech ein schönes Ziel für einen Ausflug ins Landesinnere Bulgariens haben.

Mehr zu meinem eigenen Ausflug auf die Festung Ovech, kann man im entsprechenden Reisebericht nachlesen.

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