Ausflugstipp Harz: Von Braunlage mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück

Ausflugstipp Harz: Von Braunlage mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück

Mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück war unser Plan, als wir eines frühen Morgens von Leipzig in den Harz aufbrachen. Doch halt, erstmal der Reihe nach.

Fahrrad fahren scheint in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen zu haben. Und auch wir haben uns in den letzten beiden Jahren mit jeweils einem Mountainbike ausgestattet um die nähere Umgebung rund um unseren Wohnort in Leipzig erkunden zu können. Doch insbesondere der Markt für E-Bikes scheint besonders stark zu boomen.

Für viele momentan absoluten Objekt der Begierde, ein E-Mountainbike
Für viele momentan absoluten Objekt der Begierde, ein E-Mountainbike

Während unsere Räder noch auf herkömmliche Art und Weise angetrieben werden müssen, waren wir schon länger neugierig darauf, einmal mit der Unterstützung des Elektromotors zu fahren. Wie würde sich das anfühlen? Braucht man wirklich nicht mehr so viel Anstrengung, wenn es den Berg hinauf geht? Halten die Akkus auch für einen Tour mit ordentlich Steigung und Länge?

Alles Fragen, welche wir auf einer Radtour von Braunlage im Harz klären wollten. Mit dem E-Bike geht es auf den Brocken, den höchsten Berg Sachsen-Anhalts, und von dort über den Wurmberg, den höchsten Berg Niedersachsens, zurück nach Braunlage. Sowohl den Wurmberg, als auch den Brocken haben wir bereits im Rahmen unseres Projekts der 16 Summits Deutschlands bewandert und jeweils in einem eigenen Beitrag auf unserem Blog vorgestellt.

Mehr zu unserem Projekt der 16 Summits Deutschlands findet man auch auf unserem Blog.

Doch diesmal sollten es beide Gipfel an einem Tag werden und das ausnahmsweise mal nicht zu Fuß. Christian hatte passenderweise zum Geburtstag einen Gutschein für die Tagesmiete eines E-Bikes des E-Bikeverleih am Wurmberg geschenkt bekommen und somit bot sich der Harz mit Braunlage als Ausgangspunkt für unser Unterfangen geradezu an.

Was gibt es Allgemeines zu Brocken und Wurmberg zu sagen?

Mit 1.141,2 Meter über dem Meeresspiegel ist der Brocken nicht nur der höchste Berg in Sachsen-Anhalt, sondern zugleich auch die höchste Erhebung im Harzer Mittelgebirge. Im Volksmund auch Blocksberg genannt, ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden um diesen Berg.

Kurz unterhalb des Brockens sieht man schon die Bebauung des Gipfels
Kurz unterhalb des Brockens sieht man schon die Bebauung des Gipfels

Die Hexen sollen dort Walpurgisnacht feiern, den Teufel anbeten und Goethe wurde vom Brocken so beeinflusst, dass er den Gipfel mit in sein Werk Faust eingebracht hat. Selbst heute gibt es noch die Gerüchte um das Brockengespenst. Und tatsächlich ist letzteres bei Nebel auch zu sehen, wenn der eigene Schatten im Nebeldunst dahinwabert.

Weitere Informationen zum Brocken sowie unserer Tour von Schierke aus.

Mit seinen 971,2 Metern über dem Meeresspiegel ist der Wurmberg der höchste Berg in Niedersachsen. Er liegt direkt außerhalb des Nationalparks Harz und kann dadurch touristisch vielfältig genutzt werden. Die Stadt Braunlage ist eines der touristischen Zentren im Harz und liegt direkt am Fuß des Wurmberg. Die Stadt ist zugleich staatlich anerkannter Luftkurort und Austragungsort verschiedenster Wintersportaktivitäten.

Von Braunlage aus sind wir bereits auf den Wurmberg gewandert um einen weiteren Gipfel der 16 Summits Deutschlands abhaken zu können.

Aufgrund der Nähe beider Gipfel zueinander, lassen sie sich sehr gut miteinander kombinieren. Egal ob man jetzt zu Fuß unterwegs ist oder auf dem Fahrrad. Braunlage bietet sich dabei als Ausgangspunkt an, wenn man eine Alternative zu Schierke unterhalb des Brockens haben möchte. Auch ist die Stadt etwas größer als der kleine Ort zwischen Wurmberg und Brocken.

Breite Wander- und Radwege am Wurmberg in Richtung Braunlage
Breite Wander- und Radwege am Wurmberg in Richtung Braunlage

Wie komme ich zum Ausgangspunkt nach Braunlage?

Von Norden kommend fährt man über den Harz-Highway, die Autobahn A36, bis Wernigerode und von dort dann durch den Nationalpark Harz bis Schierke oder über Elend weiter nach Braunlage.

Alternativ nähert man sich von Westen über die A7 und Clausthal-Zellerfeld, was aber dann eine längere Fahrt auf den Landstraßen des Harz darstellt. Oder man kommt von der A38 und fährt über Nordhausen bis Braunlage. Wie gesagt, je nach Richtung stehen einem hier vielfältige Optionen offen.

Parken kann man in Braunlage am besten direkt an der Wurmbergseilbahn auf dem dortigen kostenpflichtigen Großparkplatz. Mietet man sein E-Bike jedoch wie wir beim E-Bikeverleih am Wurmberg, dann darf man seinen PKW auch auf dem Parkplatz des kleinen Verleihs abstellen und spart sich die Parkgebühren.

Wie läuft das mit der Miete der E-Bikes ab?

Reservierung vorab per Internet

Im Grunde ist das bei jedem der Verleiher in Braunlage ähnlich. Wir beschreiben hier jetzt unsere Erfahrungen mit dem E-Bikeverleih am Wurmberg. Über deren Homepage haben wir uns vorab informiert, welche Touren denn überhaupt möglich und denkbar sind. Doch schnell stand fest, dass wir aufs Ganze gehen wollen und beide Gipfel miteinander kombiniert werden sollen.

Reserviert haben wir ebenfalls online über die Webseite des Verleihers und konnten dort unseren Miettag auswählen und bekamen auch gleich den Gesamtpreis angezeigt. Nur meinen Gutschein konnte ich hier noch nicht einlösen, das musste ich vor Ort im Geschäft machen. War aber auch kein Problem.

Übernahme vor Ort

An der Station angekommen, parkten wir unser Auto auf dem kleinen Schotterparkplatz der Verleihstation. Dort wurden wir bereits empfangen. Der Gutschein wurde verrechnet und wir unterschrieben die Mietverträge, ehe wir die übrig gebliebenen Leihgebühr bezahlt haben.

Dann wurden wir noch mit Zubehör ausgestattet. Man gab uns ein Schloss mit, Reifenflickset, ein Erste-Hilfe-Set und natürlich das Fahrradnavi um uns nicht zu verfahren. Helme und Rucksäcke hatten wir unsere eigenen dabei, ansonsten hätten wir auch das hier bekommen.

Eines unserer E-Bikes auf dem Weg hinauf auf den Brocken
Eines unserer E-Bikes auf dem Weg hinauf auf den Brocken

Einer der Mitarbeiter erläuterte uns dann noch, wie wir die E-Bikes nutzen sollten und wie wir das Navi bedienen müssen um uns zu orientieren. Nachdem dann noch die Sattelhöhe auf unsere jeweilige Körpergröße eingestellt war, konnten wir auch schon losradeln. Natürlich nicht ohne uns vorher noch einmal versichern zu lassen, dass die Batterien der schweren Räder ausreichen würden für eine Tour wie wir sie geplant haben. Nicht, dass wir mit dem E-Bike auf den Brocken fahren und auf halber Strecke die Unterstützung ausfällt. Dann fährt man den schweren Akku nämlich immer noch mit sich herum.

E-Bike Cockpit
Die Bedienung des E-Bikes sowie des Navis wurde uns vorab erläutert, sodass es unterwegs auf Anhieb funktionierte

Reservierung und Übernahme klappte super und war zügig erledigt. Die Mitarbeiter vor Ort nahmen sich Zeit, auch für andere Kunden, welche eventuell mehr Erklärungen benötigten. In Verbindung mit dem Parkplatz und den Toiletten in der Verleihstation ist das auch eine gute Alternative zum großen Parkplatz an der Seilbahn.

Unsere Tour mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück nach Braunlage

Übernahme der E-Bikes und Start in Braunlage

Zur Übernahme unserer E-Mountainbikes haben wir bereits alles geschrieben, sodass wir nur noch auf dem Parkplatz unsere Schuhe wechselten und losradeln konnten.

Cockpit eines E-Bikes auf unserer Tour auf den Brocken
Zu Beginn unserer Tour ging es noch auf Teerstraßen voran

Auf der Elbingeroder Straße ging es für uns in Richtung Ortsausgang Braunlages wo wir auf Höhe des ehemaligen Forstamtes nach links auf die Große Wurmbergstraße abbogen. Anfangs folgten wir nun also einer asphaltierten Straße und konnten uns an die, doch etwas ungewohnte, Fahrt mit der elektrischen Unterstützung gewöhnen. Verschiedene Fahrstufen standen zur Verfügung und von Eco bis Max konnte man die Unterstützung durch den E-Antrieb erhöhen und steuern.

Dank der E-Unterstützung geht es zügig bergauf. Sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Waldwegen
Dank der E-Unterstützung geht es zügig bergauf. Sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Waldwegen

Da wir die Akkukapazität nicht einschätzen konnten, nutzten wir am Anfang überwiegend den Eco-Modus welcher jedoch auch schon gut mithalf beim Treten bergauf. Für besonders Steile stellen schalteten wir dann meist eines Stufe höher, sodass die Anstrengung gleich deutlich geringer wurde.

Am Parkpaltz Hexenritt hatten wir den Wurmberggipfel mit dem Aussichtsturm schon im Blick
Am Parkpaltz Hexenritt hatten wir den Wurmberggipfel mit dem Aussichtsturm schon im Blick

Der Großen Wurmbergstraße folgten wir also bergauf bis zum Parkplatz Hexenritt, welchen wir passierten und dann nach rechts auf einen kleinen Weg abbogen und den Asphalt hinter uns ließen.

Kleiner Schotterweg nahe dem Parkplatz Hexenritt am Wurmberg während der Tour mit dem E-Bike auf den Brocken
Endlich ging es runter vom Asphalt auf einen kleinen Schotterweg

Über den Ulmer Weg rollten wir zum Spechtweg, hatten dann schon den ein oder anderen Blick auf den Brocken, als wir über den Gelben Weg nach Schierke hinabfuhren. Hier ging es gut nach unten, sodass wir sogar richtig Geschwindigkeit aufbauten. Dank der Scheibenbremsen der Mountainbikes war das aber auch eher spaßig und nicht gefährlich.

Blick auf den Nationalpark Harz während der Abfahrt auf einem Schotterweg vom Wurmberg in Richtung Schierke
Von hier aus ging es dann bergab bis Schierke und wir hatten den Harz gut im Blick.

In Schierke hielten wir uns nicht lange auf, sondern machten uns gleich auf den Weg über die Brockenstraße hinein in den Nationalpark Harz. Bei unserer Wanderung auf den Brocken gingen wir einen direkteren Weg bergauf, der jedoch mit den Mountainbikes nicht befahrbar sein würde, da die Felsen einfach zu hoch waren. Wir mussten also mit der Straße Vorlieb nehmen. Dank der E-Unterstützung fiel die Steigung nicht weiter ins Gewicht und ohne große Mühe konnten wir andere Radfahrer hinter uns lassen.

Brockenstraße auf unserer Tour mit dem E-Bike auf den Brocken
Auf der Brockenstraße ging es für uns mit dem E-Bike gut hinauf

Auf halber Höhe legten wir dann eine Rast ein um die Sonne zu genießen und uns ein wenig die Beine zu vertreten. Auf einem der großen Steine am Abzweig zum Venedigerstein konnten wir es gut aushalten. Auch der kurze Fußweg zum Venedigerstein hat sich gelohnt, was viele Wanderer verpassen, weil sie eben nicht der Straße folgen.

Schild mit Hinweis auf den Venedigerstein am Brocken unweit der Brockenstraße
Am Venedigerstein legten wir eine kurze Pause ein und vertraten uns ein wenig die Beine

Weiter ging es dann mit unserer Fahrt auf den Brocken über die berüchtigte Knochenbrecherkurve, vorbei an zahlreichen Wanderern, Pferdekutschen und anderen Radfahrern. Die Akkus hielten gut durch und wir hatten noch immer mehr als die Hälfte an Batteriekapazität als wir endlich den Gipfel erreichten. Mit dem E-Bike auf den Brocken ist also überhaupt kein Problem und sicherlich haben sich die vielen Radler ohne Motorunterstützung bei der ein oder anderen Steigung auch ein E-Bike gewünscht.

Gipfel des Brockens mit Aussichtsturm
Auch mit E-Antrieb waren wir froh, als wir den Gipfel des Brockens erreicht hatten

Dort hatten wir diesmal eine gigantische Fernsicht bei strahlendem Sonnenschein. Leider war es so windig, dass wir es ohne Jacken und Kapuzen kaum aushalten konnten.

Gigantische Fernsicht bei strahlendem Sonnenschein am Gipfel des Brockens
Gigantische Fernsicht bei strahlendem Sonnenschein am Gipfel des Brockens

Wir entschieden uns gegen eine Mittagspause auf dem Gipfel und fuhren stattdessen weiter. Nachdem wir mit unseren E-Bikes auf den Brocken gelangten, wollten wir nun über den Wurmberg zurück nach Braunlage fahren.

Anfangs wieder bergab über die Brockenstraße, bogen wir direkt nach der Knochenbrecherkurve nach rechts ab und folgten dem Neuen Goetheweg. Hier ging es schön entlang der Gleise der Brockenbahn, welche wir auch das ein oder andere Mal sahen. Leider nur die Diesellok und nicht die Dampflok, welche doch noch einmal für mehr Atmosphäre sorgt.

Über einen Grenzweg ging es dann noch einmal steil bergab und wir erreichten eine Rasthütte, welche in unserer Karte als Dreieckiger Pfahl hinterlegt war. Dort war es immer noch sonnig, aber nicht mehr so windig und wir konnten unsere Mittagspause einlegen. Leider aber auch ohne die schöne Aussicht, welche uns auf dem Gipfel des Brockens geboten wurde.

Unsere Tour mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück nach Braunlage verlief auch auf den Betonplatten der ehemaligen Grenzwege
Unsere Tour mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück nach Braunlage verlief auch auf den Betonplatten der ehemaligen Grenzwege

Fortgesetzt haben wir unsere Tour mit dem E-Bike dann entlang des Ulmer Wegs und anschließend auf einem Grenzweg in Richtung Wurmberg. Vor allem die alten DDR-Grenzwege haben üble Bodenplatten aus Beton, welche das Fahren eher unangenehm werden lassen. Doch mit den dicken Reifen unserer Mountainbikes war auch das kein Thema mehr.

Als dann endlich der Gipfel des Wurmberges in Sicht war und wir uns an die letzten Meter des Anstiegs machen konnten, passierte es dann. Der Motor meines E-Bikes übertrug für einen kurzen Moment zu viel Kraft und die Kette sprang auseinander. So konnte ich leider nicht mehr weiterfahren, da keine Kraftübertragung mehr möglich war. Ohne passendes Werkzeug ließ sich die verbogene Kette auch nicht mehr reparieren, sodass wir knapp unterhalb des Gipfels umkehren mussten.

Zum guten Glück waren wir schon recht weit oben, sodass wir von dort aus einfach ins Tal nach Braunlage rollen konnten. Zum guten Glück, denn auf das Zurückschieben hatten wir beide nur wenig Lust.

Aussichtsturm des Wurmbergs im Hintergrund. Im Vordergrund die Liftschneise mit Sessellift.
Pauline bei der Abfahrt auf dem kleinen Weg unterhalb des Lifts

Schieben mussten wir die Räder jedoch entlang des Singletrails unterhalb des Gipfels bis wir auf den Neuen Weg gelangten. Von dort nutzten wir einen Trampelpfad auf der Liftschneise bergab und auf dem Haeberlinsweg ging es dann ohne zu treten hinunter bis zur Verleihstation. Diese erreichten wir tatsächlich ohne Schieben zu müssen.

Parkplatz Hexenritt am Wurmberg mit Sessellift
Letztes Bild vor der Abfahrt nach Braunlage. Am Parkplatz Hexenritt waren wir auch schon zu Beginn unserer E-Bike-Tour

Alles in allem war es eine super Erfahrung mit den E-Bikes, auch wenn wir beide auf den Ausfall der Kette, kurz vor dem Gipfel des Wurmbergs, verzichten hätten können. Die Akkus hatten genügend Kapazität und brachten uns jede Steigung ohne große Anstrengung hinauf. Insgesamt legten wir 33 Kilometer zurück und sammelten, dank zweier Gipfel, auch reichlich Höhenmeter. Mit unseren normalen Mountainbikes wäre die Tour bei Weitem nicht so schön geworden.

Unsere Tour mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück nach Braunlage in der Übersicht
Unsere Tour im Überblick auf der Karte der App OSMand

Wir sind durch dieses Ausprobieren auf den Geschmack der E-Bikes gekommen und können nun besser nachvollziehen, warum momentan so viele Menschen auf diese Form des Fahrrads setzen. Leider sind gerade die elektrischen Mountainbikes sehr teuer, sodass wir uns erstmal keine eigenen anschaffen werden. Eine Tour mit dem E-Bike auf den Brocken und über den Wurmberg zurück nach Braunlage können wir aber auf jeden Fall weiterempfehlen. Und, je nach Definition, sammelt man dabei gleich zwei der Gipfel der 16 Summits Deutschlands ein.

Schreibe einen Kommentar