You are currently viewing Roadtrip durch das Baltikum – Unser Fazit

Roadtrip durch das Baltikum – Unser Fazit

Insgesamt gute zweieinhalb Wochen waren wir im Frühjahr 2019 in den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen unterwegs. Vor unserer Reise hatten wir noch nicht wirklich einen Plan davon, was uns erwarten wird und waren gespannt darauf das Baltikum im Rahmen eines Roadtrips mit Zelt entdecken und kennenlernen zu dürfen. Und schon eingangs lässt sich festhalten, dass uns unser Roadtrip durch das Baltikum super gut gefallen hat und wir daher gerne unser persönliches Fazit detailliert vorstellen möchten.

Auch während dem Roadtrip durch das Baltikum haben wir jeden Tag Tagebuch geschrieben und unsere Erlebnisse in Form eines ausführlichen Reiseberichts mitgebracht!

Roadtrip Baltikum – Die Anreise

Hinsichtlich der Anreise haben wir uns im Vorfeld so einige Gedanken gemacht. Der ursprüngliche Plan war es, mit dem Auto durch Polen nach Litauen zu fahren und dort den eigentlichen Roadtrip durch das Baltikum beginnen zu lassen. Da wir jedoch nur zweieinhalb Wochen Zeit hatten, haben wir und letztlich gegen diese Art der Anreise entschieden, weil damit alleine zwei bis drei Tage nur für den Transit durch Polen genutzt worden wären.

Blick zurück auf unser Flugzeug nach der Landung am Flughafen Riga
Blick zurück auf unser Flugzeug nach der Landung am Flughafen Riga

Unsere Wahl fiel daher auf das Flugzeug und fix war ein günstiger Flug von Berlin nach Riga, die Hauptstadt Lettlands, gefunden und gebucht. Mit dem Zug fuhren wir von Leipzig nach Berlin und mit Ryanair ging es, damals noch von Berlin – Schönefeld, nach Riga. Die Entfernung ist nicht wirklich groß und schon eineinhalb Stunden später waren wir in Lettland angekommen.

Roadtrip Baltikum – Die Route

Über die Route haben wir uns im Vorfeld tatsächlich einige Gedanken gemacht, doch spätestens als Riga als Ausgangs- und Endpunkt feststand, war klar, dass wir eine Art Doppelkringel fahren werden. Jedes der drei baltischen Länder für sich ist nicht groß, doch in ihrer Kombination kann man locker mehr als zwei Wochen dort verbringen und hat bei Weitem nicht alles gesehen. Einen sehr guten Einblick in alle drei Staaten erhält man mit unserer Routenwahl jedoch auf alle Fälle.

In dieser Karte sind die Campingplätze des Baltikums verzeichnet, sie hat uns bei der Wahl der Route sehr geholfen

Start war in Riga am Flughafen. Von dort fuhren wir an Jurmala vorbei in Richtung Nordwesten. Kap Kolka war unser erstes Ziel. Von dort ging es weiter über Kuldiga, wo wir den breitesten Wasserfall Europas besucht und durchschritten haben, an die Ostseeküste im Westen Lettlands.

Vorbei an Liepaja überquerten wir die Grenze zu Litauen und machten als nächstes nördlich von Klaipeda Station. Ein Besuch auf der Kurischen Nehrung ließ sich von dort leicht realisieren, genauso wie ein Abstecher ins Landesinnere zum Berg der Kreuze sowie dem Nationalpark Žemaitija.

Über die Autobahn reisten wir weiter nach Kaunas und von dort über Trakai nach Vilnius wo wir im Süden der litauischen Hauptstadt auf einem Campingplatz mitten im Wald übernachteten. Von Vilnius aus nutzten wir einen Regentag und fuhren in Richtung Estlands hohen Norden. Dabei passierten wir die größere Stadt Panevezys und fuhren ab Riga am Rigaischen Meerbusen entlang bis wir bei Pärnu in Estland ins Landesinnere abbogen.

In der Nähe von Rakvere an der Nordküste Estlands machten wir Station und erkundeten von dort unter anderem Tallinn, Narwa an der Grenze zu Russland sowie den Laheema Rahvuspark. Auf dem Weg zurück nach Lettland verbrachten wir einige Tage nahe Pärnu ehe wir uns für einige Tage im Gauja Nationalpark niederließen. Ende unseres Roadtrips durch das Baltikum war dann wieder in Riga. Mit 4.900 Kilometern durchaus eine ordentliche Strecke für drei relativ kleine Länder, aber lohnenswert.

TagTagespunkt
Tag 1Ankunft in Riga und Fahrt ans Kap Kolka
Tag 2Kap Kolka, Sliteres Nationalpark, Kuldiga und Ventas rumba
Tag 3Fahrt nach Klaipeda und Spaziergang durch die Stadt
Tag 4Ausflug zum Berg der Kreuze und dem Nationalpark Žemaitija
Tag 5Ausflug auf die Kurische Nehrung
Tag 6Fahrt über Kaunas und Wasserschloss Trakai nach Vilnius
Tag 7Stadtrundgang Vilnius
Tag 8Transitstrecke nach Rakvere im Norden Estlands
Tag 9Estlands Nordküste und Narwa
Tag 10Lahemaa Nationalpark
Tag 11Stadtrundgang Tallinn
Tag 12Fahrt nach Pärnu und Soomaa Nationalpark
Tag 13Stadtrundgang Pärnu
Tag 14Fahrt in den Gauja Nationalpark
Tag 15Wanderung zur Burg Trakai bei Sigulda
Tag 16Stadtrundgang Riga und Mahnmal Salaspils
Tag 17Jūrmala und Kemeru Nationalpark
Tag 18Abreise von Riga aus
Mögliche Route bei 18 Reisetagen

Roadtrip Baltikum – Mietwagen und Tanken

Anders als noch auf unserer Roadtrip durch Albanien, hatten wir im Baltikum mehr Hoffnung in den Zustand der Straßeninfrastruktur gesteckt und darauf verzichtet ein Auto mit erhöhter Bodenfreiheit zu mieten. Da wir in den USA schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben, einen Roadtrip mit einer Limousine zu unternehmen, ist es auch im Baltikum ein Auto dieser Klasse geworden.

Über den ADAC hatten wir eine Standard-Limousine bei AVIS gebucht und konnten noch direkt im Flughafen die Schlüssel für den silbernen Skoda Octavia abholen. Eine glückliche Wahl, stehlt doch der Skoda für viel Stauraum bei noch kompakten Abmessungen. Und in der Tat, dahingehend wurden wir nicht enttäuscht. Der Parkplatz von AVIS liegt einige hundert Meter vom Flughafen entfernt, aber nichts, was man nicht zu Fuß bewältigen könnte.

Unser Mietwagen auf dem Roadtrip durch das Baltikum. Ein Skoda Octavia als Limousine.
Unser Mietwagen, ein Skoda Octavia, hatte genau die richtige Größe für unseren Roadtrip mit Zelt durch das Baltikum

Die Größe des Autos war also für unseren Roadtrip durch das Baltikum absolut ausreichend, selbst mit der Campingausrüstung. Super war auch, dass der kleine Basismotor sparsam lief und wir somit nur selten eine Tankstelle ansteuern mussten. Diese findet man in allen drei Ländern sehr häufig, sodass man sich hier keine Sorgen machen muss, einmal ohne Benzin da zu stehen. Aufgrund der niedrigen Geschwindigkeiten bleibt auch der Verbrauch gering und man kann mit einer Tankfüllung hohe Reichweiten erzielen. Wir lagen beispielsweise bei weit unter 5 Litern auf 100 Kilometer.

Roadtrip Baltikum – Die Campingplätze

Während unserer Zeit auf unserem Roadtrip durch das Baltikum haben wir auf insgesamt 7 Campingplätzen Station gemacht. Im Grunde haben uns alle gut gefallen, manche jedoch besonders gut. Zu jedem der Plätze gibt es einen detaillierten Bericht auf unserem Blog, welchen wir im Folgenden jeweils in der Überschrift zu dem jeweiligen Platz verlinkt haben.

Unsere Campingplätze in Lettland

Kempings Melnsils bei Kap Kolka

Unser erster Campingplatz im Baltikum. Insgesamt blieben wir hier nur für eine Nacht, doch die Lage im Süden von Kap Kolka, einem wunderbaren Ort an welchem man sowohl Sonnenaufgang als auch Sonnenuntergang beobachten kann, hat uns sehr gut gefallen. Auf der großen Wiese herrschte freie Platzwahl, man zeltete beinahe direkt an der Ostsee und die verfügbare Ausstattung war richtig urig und gemütlich.

Der Spaziergang am Strand von Kap Kolka zum Sonnenuntergang hat uns so gut gefallen, dass wir diesem Ort einen Reisetipp für Lettland ausgesprochen haben!

Große Zeltwiese bei Kempings Melnsils
Die große Zeltwiese von Kempings Melnsils mit unserem Zelt am Waldrand

Camping Apalkalns im Gauja Nationalpark

Mitten im schönen Gauja Nationalpark liegt Camping Apalkalns unmittelbar am Ufer des Sees Raiskuma ezers. Die Stellplätze und Hütten schmiegen sich terrassenartig den Hang entlang, wobei nur wenig Schatten geboten wird.

Blick von der Campingküche zum See bei Camping Apalkalns in Lettland
Blick von der Campingküche zum See bei Camping Apalkalns

Wir hatten einen Stellplatz am unteren Ende des Hangs an einem kleinen Bachlauf. Ausgestattet mit Tisch und Bank sowie einer großen Campingküche mit Terrasse lässt auch dieser Platz keine Wünsche offen. Prima geeignet als Station zur Erkundung des Gauja Nationalparks.

Camping Zanzibara bei Riga

Mit Abstand der kleinste und unscheinbarste Platz unseres Roadtrips durch das Baltikum. Für unsere letzten Tage haben wir noch eine Zeltmöglichkeit in der Nähe von Riga gesucht und mit Camping Zanzibara auch eine gefunden. Hier geht es wirklich einfach zu. Küche und Toiletten sowie Duschen sind in einer Scheune untergebracht und man ist froh, dass diese funktionieren.

Zeltwiese auf dem kleinen feinen Platz Camping Zanzibara bei Riga in Lettland
Zeltwiese auf dem kleinen feinen Platz Camping Zanzibara

Auf der Wiese stehen Bänke, Holzliegen und Tische herum und man kann sich seinen Platz aussuchen, allzu viele Stellplätze gibt es auch nicht. Für Luxuscamper ist der gemütliche Platz nichts, wir haben uns hier jedoch wohl gefühlt.

Unsere Campingplätze in Litauen

Karkelbeck Camping and Guest House nördlich von Klaipeda

Platz Nummer zwei unseres Roadtrips durch das Baltikum war Karkelbeck Camping. In unmittelbarer Nähe zur Ostsee gelegen haben wir uns mehrere Tage auf dem Zeltplatz nördlich von Klaipeda aufgehalten und von dort die Umgebung, beispielsweise die Kurische Nehrung, erkundet.

Die Kurische Nehrung stellen wir in einem eigenen Beitrag gesondert vor!

Gut gefallen hat uns vor allem die gemütliche Camperküche sowie die Kochstelle in der Mitte der Wiese. Der Preis war sehr gut für zwei Personen und konnte uns auch über die kleinen Sanitäranlagen hinwegtrösten.

Unser Zelt auf der Wiese von Karkelbeck Camping nördlich von Klaipeda in Litauen
Unser Zelt auf der Wiese von Karkelbeck Camping nördlich von Klaipeda in Litauen

Camping De Harmonie im Wald südlich von Vilnius

Im Landesinneren südlich der Hauptstadt Litauens, Vilnius, gelegen kann man auf diesem Zeltplatz mitten im Wald übernachten. Zentrales Element ist eine große Blockhütte in welcher man gemütlich zusammenkommen kann. Wir konnten am Waldrand unser Zelt aufschlagen und hatten eine überdachte Kochstelle für uns alleine sowie bei Regen die Radlerhütte mit Tisch und Bank zum Verweilen. Dieser Platz hat uns sehr gut gefallen und ist prima geeignet für Ausflüge nach Vilnius und Umgebung.

Mitten im Wald zeltet man auf dem Platz Camping De Harmonie südlich von Vilnius in Litauen
Mitten im Wald zeltet man auf dem Platz Camping De Harmonie südlich von Vilnius in Litauen

Unsere Campingplätze in Estland

Camping Mereoja an der Nordküste Estlands

Unser nördlichster Campingplatz des gesamten Roadtrips lag an der Nordküste Estlands. Hier waren die Temperaturen niedriger und das Wetter regnerischer als in den anderen Landesteilen des Baltikums. Gerade deshalb kam uns die großzügige und sehr gut ausgestattete Campingküche gerade recht.

Blick aus der Campingküche auf Camping Mereoja im Norden Estlands
Blick aus der Campingküche auf Camping Mereoja

Alles wirkte neu und frisch, selbst die Sanitäranlagen konnten mit perfekter Sauberkeit überzeugen. Über viele Treppenstufen kann man direkt vom Platz die Klippen hinunter zum Meer steigen.

Camping Ermistu Puhkeküla nahe Pärnu im Süden

Im Süden Estlands nördlich der Hafenstadt Pärnu liegt der relativ große Campingplatz Ermistu Puhkeküla. Es gibt hier viele kleine Hütten, eine Anlegestelle und der Platz ist vor allem auf Angler ausgelegt, welche den angrenzenden See zum Fischen nutzen. Die Zeltwiese ist großzügig angelegt und mit Tischen und Bänken sowie kleinen Bäumen versehen. Es gibt auch hier eine kompakte, aber gut ausgestattete, Campingküche. Ruderboote kann man direkt am Platz mieten und sogar die schwimmende Sauna auf dem See besuchen.

Am Ermistu Järv kann man vom Campingplatz Puhkeküla tolle Sonnenuntergänge erleben
Am Ermistu Järv kann man vom Campingplatz Puhkeküla tolle Sonnenuntergänge erleben

Roadtrip Baltikum – Sehenswürdigkeiten

Unsere Sehenswürdigkeiten in Lettland

Kap Kolka

Kap Kolka ist der nördlichste Punkt der Halbinsel Kurland im Nordwesten Lettlands. Das Kap ragt weit in die Ostsee hinein und stellt dadurch einen ganz besonderen Ort dar. Denn vom Strand aus ist es möglich, sowohl den Sonnenaufgang als auch den Sonnenuntergang zu beobachten. Ein schöner Ort beispielsweise für romantische Spaziergänge am Abend oder Morgen.

Kap Kolka hat uns sehr gut gefallen und wir stellen den Ort in einem eigenen Beitrag auf unserem Blog genauer vor!

Sonnenuntergänge auf Kap Kolka können richtig romantisch sein
Sonnenuntergänge auf Kap Kolka können richtig romantisch sein

Kuldiga und der breiteste Wasserfall Europas

Die kleine Stadt Kuldiga im Landesinneren von Kurland hat neben ihrer schönen Altstadt noch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit vorzuweisen. Nämlich den breitesten Wasserfall Europas, den Ventas rumba.

Christian im Ventas Rumba, dem breitesten Wasserfall Europas in Kuldiga, Lettland
Dank recht niedrigem Wasserstand kann man oberhalb des Wasserfalls den Ventas rumba überqueren

Auf einer Breite von 240 Metern erstreckt sich das Naturschauspiel bei einer Fallhöhe des Wassers von circa 2 Metern, je nach Wasserstand. Bei gutem Wetter kann man oberhalb des Wasserfalls durch das Wasser gehen und so von Ufer zu Ufer spazieren. Wir haben uns getraut und das Wasser ging uns dabei nur bis knapp über die Knie.

Riga

Die Hauptstadt Lettlands mit ihren über 600.000 Einwohnern bietet genug Attraktionen für einen längeren Aufenthalt, doch selbst mit wenig Zeit vor Ort lohnt sich ein Besuch Rigas. Insbesondere einen Spaziergang durch die Gassen der historischen Altstadt können wir euch ans Herz legen. Einen guten Überblick über die Gassen sowie einen tollen Ausblick auf die gesamte Stadt erhält man vom Kirchturm der Kirche St. Petri, welcher sogar per Lift zu erreichen ist.

Blick über Riga von der Kirche St. Petri aus
Blick über Riga von der Kirche St. Petri aus

Vom Rathausplatz geht es durch die Gassen, vorbei an Fachwerkhäusern, der großen und der kleinen Gilde sowie dem berühmten Katzenhaus. Der Legende nach, wurde es von einer Person erbaut, welcher der Eintritt in die Gilde verwehrt wurde. Er rächte sich auf besondere Art und Weise, denn auf den Turmspitzen waren Katzen zu sehen, welche ihre Hinterteile in Richtung Gilde reckten. Bekannte Gebäude sind auch die drei Brüder, welche die ältesten Häuser Rigas sind. Einen Spaziergang durch die Altstadt kann man mit dem Besuch des Doms von Riga sowie der historischen Stadtmauer abrunden.

Gauja Nationalpark

Mit 920 Quadratkilometern Fläche ist der Gauja Nationalpark der größte Nationalpark Lettlands. Zugleich ist er auch der älteste, da er schon im September 1973 gegründet wurde. Er umschließt die Städte Sigulda und Cēsis und erhält seinen Namen vom Fluss Gauja welcher durch den Park fließt.

Burg Turaida im Gauja Nationalpark Lettlands
Burg Turaida im Gauja Nationalpark Lettlands

Aufgrund seiner Größe bietet der Nationalpark Gauja viele verschiedene Sehenswürdigkeiten und Attraktionen sowie Wander- und Freizeitangebote. Beispielsweise lassen sich auf einer Tageswanderung die gut erhaltene Burg Turaida, die Gutmannshöhle sowie die Seilbahn Krimulda kombinieren.

Kemeru Nationalpark

Deutlich kleiner als der Gauja Nationalpark ist der Kemeru Nationalpark unweit der Stadt Jūrmala in Lettland. Gegründet wurde dieser Park im Jahr 1997 und zieht seitdem so einige Besucher an. Vor allem schöne Wanderungen durch die Moore können dort unternommen werden. Die Holzbohlenwege bieten immer wieder Aussichtstürme um die nähere Umgebung überblicken zu können.

Mahnmal Salaspils

Das Salaspils Memorials unweit der lettischen Hauptstadt Riga ist eine Sehenswürdigkeit der anderen Art. Die Gedenkstätte erinnert an die Gräueltaten der Nazis im Zweiten Weltkrieg auf atmosphärische Art und Weise durch das klopfende Metronom, welches den Herzschlag der Toten symbolisiert.

Salaspils Memorials mit der Gedenkstätte
Das Mahnmal Salaspils unweit von Riga

Wir können den Besuch des bizarren Mahnmals weiterempfehlen und stellen den Ort in einem eigenen Beitrag gesondert vor!

Unsere Sehenswürdigkeiten in Litauen

Kurische Nehrung

Die Kurische Nehrung bietet so viele verschiedene Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, dass man sie kaum an einem Tag alle besuchen kann. Von Dünen über Fischerdörfer bis hin zu Vogelkolonien ist für alle etwas dabei, was einen Besuch im UNESCO-Weltkulturerbe empfehlenswert macht.

Auf der Kurischen Nehrung kann man viel erleben und daher stellen wir sie in einem eigenen Beitrag auf unserem Blog näher vor!

Dünen auf der Kurischen Nehrung und Ausblick auf die Ostsee
Dünen auf der Kurischen Nehrung und Ausblick auf die Ostsee

Klaipeda

Die Küstenstadt Klaipeda ist für viele Besucher Litauens der Ausgangspunkt für die kurze Fahrt mit der Fähre auf die Kurische Nehrung. Doch die Stadt bietet auch selbst einige Sehenswürdigkeiten und eignet sich beispielsweise super für einen Abendspaziergang.

Fachwerkhaus in Klaipeda
Fachwerkhaus in Klaipeda

Berg der Kreuze

Der Berg der Kreuze ist wahrlich ein skurriler Ort. Uns hat die mystische Atmosphäre dennoch gut gefallen und wir konnten an so einigen Kreuzen interessante Geschichten erfahren.

Der Berg der Kreuze in Litauen, ein wahrlich skurriler Ort
Der Berg der Kreuze in Litauen, ein wahrlich skurriler Ort

Den Berg der Kreuze haben wir ebenfalls besucht und dieser Sehenswürdigkeit einen eigenen Beitrag gewidmet!

Nationalpark Žemaitija

Man sollte sich mehr Zeit als einen halben Tag Zeit nehmen für die Erkundung der unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten im Nationalpark Žemaitija. Neben vielen Wanderwegen und Picknickplätzen gibt es auch eine ehemalige Abschussrampe für Atomraketen zu entdecken.

Einen Überblick über den Nationalpark Žemaitija geben wir in einem eigenen Beitrag auf unserem Blog!

Seenlandschaft im Nationalpark Žemaitija
Seenlandschaft im Nationalpark Žemaitija

Kaunas

In der zweitgrößten Stadt Litauens bietet sich ein Spaziergang durch die Altstadt an beginnend am großen Parkplatz und dem #Kaunas-Schriftzug. Vorbei an der Burg geht es durch die Gassen der Altstadt bis zum zentralen Platz am alten Rathaus. Dank der Vytautas-Magnus-Brücke kann man die Memel überqueren und mit etwas Glück, sofern diese funktionieren, mit der Standseilbahn hoch zum Aussichtspunkt fahren. Leider war das älteste Verkehrsmittel der Stadt Kaunas bei unserem Besuch außer Betrieb. Zur Aussicht gelangt man aber auch zu Fuß, sodass man diese nicht missen muss.

Leider war sie zu unserem Besuch defekt, die Standseilbahn in Kaunas
Leider war sie zu unserem Besuch defekt, die Standseilbahn in Kaunas, das älteste Verkehrsmittel der Stadt

Wasserburg Trakai

Die Burg liegt mitten in einem See und ist nur über Brücken zu erreichen, was die sehr gut erhaltene Wasserburg Trakai zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Litauens macht. Zahlreiche Touristen besuchen diesen Ort und drängen sich im Inneren durch die Ausstellungsräume, welche einige Exponate des Mittelalters präsentieren. Auf einem kleinen Weg kann man die Burganlage auch umrunden, sodass man die dicken Mauern auch von außen betrachten kann. Spannend vor allem aufgrund der Lage in einem See und des sehr guten Zustands.

Die Wasserburg Trakai, ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen in Litauen
Die Wasserburg Trakai, ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen in Litauen

Vilnius

An einem Tag kann man sich bereits einen guten ersten Eindruck über die Hauptstadt Litauens, Vilnius, verschaffen. Wir empfehlen dafür gerne die sogenannten Free Walking Tours, Stadtführungen auf Spendenbasis. Dabei lernt man die Altstadt kennen, aber auch die „unabhängige Republik“, einen etwas alternativeren Stadtteil der Hauptstadt.

Die Skyline von Vilnius vom Burgberg aus gesehen
Die Skyline von Vilnius vom Burgberg aus gesehen

Natürlich kommen auch die vielen Kirchen der Stadt nicht zu kurz und auch die Kathedrale mit ihrem vorgelagerten Glockenturm sind Teil der Free Walking Tour Vilnius. Zum Abschluss empfiehlt sich noch der Besuch des Burgberges von wo aus man das Panorama über der Stadt super genießen kann.

Unsere Sehenswürdigkeiten in Estland

Burg Rakvere

Die Gemäuer der Ordensburg von Rakvere erheben sich auf dem Hügel über der gleichnamigen Stadt im Norden Estlands. Die Anlage ist bei Weitem nicht in einem so guten Zustand wie beispielsweise die Wasserburg von Trakai in Litauen, doch ein Besuch oder ein Spaziergang auf dem Hügel lohnt sich allemal. Im Inneren wird das mittelalterliche Leben dargestellt mit echten Schaustellern, weshalb auch der Eintritt nicht gerade günstig ist und viele Schulklassen dort zu Besuch kommen. Schön anzusehen ist die Burg auf jeden Fall.

Die Ordensburg von Rakvere erhebt sich auf einem grünen Hügel über der Stadt im Norden Estlands
Die Ordensburg von Rakvere erhebt sich auf einem grünen Hügel über der Stadt im Norden Estlands

Sillamäe

Fährt man die Küstenstraße im Norden Estlands entlang in Richtung Osten so kommt man zwangsläufig auch an Sillamäe vorbei. Das Besondere an diesem Ort ist, dass dieser zu Zeiten der Sowjetunion eine sogenannte geschlossene Stadt war und Ausländer keinen Zugang erhielten. Auch auf Landkarten war sie nicht verzeichnet um die angesiedelte Rüstungsindustrie zu schützen und geheim zu halten.

Die Promenade in Richtung Meer ist in Sillamäe bereits umgestaltet und modernisiert worden
Die Promenade in Richtung Meer ist in Sillamäe bereits umgestaltet und modernisiert worden

Die Stadt heute bemüht sich, die Gebäude nach und nach zu sanieren und das Stadtbild auf Vordermann zu bringen. Die Promenade in Richtung Meer ist beispielsweise schon schön angelegt. Ein Stopp lohnt sich, wenn man ohnehin auf dem Weg nach Narwa oder in Richtung Tallinn ist.

Narwa

Der Besuch in Narwa war irgendwie etwas Besonderes für uns, liegt die Stadt doch an einer harten EU-Außengrenze. Das ist man als junger Europäer gar nicht mehr gewohnt. Wir schlenderten hier entlang der EU-Promenade unterhalb der Hermannsfeste und blickten auf die Grenzbrücke und die Kontrollen sowie die Festung Iwangorod auf der russischen Seite des Flusses Narwa.

EU-Außengrenze zu Russland in Narwa, Estland
Die Brücke ist die Verbindung zwischen Estland und Russland und bildet somit eine EU-Außengrenze

Lahemaa Nationalpark

Im Grunde genommen ist der Lahemaa Nationalpark in Estlands Norden ein sehr geschichtsträchtiger Park. Im Jahre 1971 wurde er nämlich als der erste Nationalpark der Sowjetunion gegründet und schützt noch heute eine Fläche von mehr als 70.000 Hektar.

Blick vom Aussichtsturm im Laheema National Park
Wanderweg auf Bohlen in einem Moor des Lahemaa Nationalparks

Für Touristen und Besucher Estlands ist der Nationalpark Lahemaa ein beliebtes Ausflugsziel bietet er doch aufgrund seiner Größe vielfältige Möglichkeiten, die Natur zu entdecken. Vor allem die Wanderungen durch die Moore auf angelegten Bohlenwegen sind sehr zu empfehlen.

Tallinn

Auch in Tallinn, der Hauptstadt Estlands ist die Free Walking Tour zu empfehlen, um die Stadt und deren Geschichte sozusagen im Schnelldurchlauf kennenzulernen und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Auf diese Weise lernt man den Domberg kennen mit dem Parlament gegenüber der orthodoxen Kirche und natürlich dem Aussichtspunkt über die Altstadt Tallinns mit den vielen Wehrtürmen.

Blick über die Altstadt Tallinns mit ihren Türmen in Richtung Meer
Blick über die Altstadt Tallinns mit ihren Türmen in Richtung Meer

Wie auch in Vilnius und Riga macht es Spaß, die Altstadt mit ihren engen Gassen zu Fuß zu erkunden. Immer wieder kommt man an alten Häusern der Hansekaufleute vorbei und findet sich an der Stadtmauer mit den zahlreichen Türmen wieder.

Pärnu

Die Hafenstadt Pärnu im Süden Estlands ist ein wenig ein Kontrast zur raueren Küsten rund um Rakvere im Norden. So kam es uns zumindest vor als wir den circa drei Kilometer langen Sandstrand entlang spaziert sind. Pärnu bietet sich sehr gut an für einen ausgedehnten Stadtbummel in Kombination mit einem Strandaufenthalt.

Häuserzeile in der Altstadt von Pärnu
Häuserzeile in der Altstadt von Pärnu

Soomaa Nationalpark

Ein weiteres Schutzgebiet in Estland ist der Soomaa Nationalpark, welcher im Jahr 1993 gegründet wurde. Auch in diesem Park steht das Moor im Vordergrund, doch lässt sich der Park nicht nur zu Fuß auf Bohlenwegen sondern auch mit dem Kanu oder Kajak erkunden. Neben Schafen und Vögeln ist uns sogar ein Wolf begegnet als wir auf dem Rückweg mit dem Auto von einem Trailhead waren.

Badesteg im Sooma Nationalpark in Estland
Badesteg in einem Moor des Sooma Nationalparks in Estland

Roadtrip Baltikum – Unsere Ausgaben

Unserer Meinung nach sind die Kosten für eine solche Reise sehr individuell. Jeder Reisende legt andere Schwerpunkte, dennoch wollen wir mit der folgenden Aufstellung einen kleinen Einblick geben. Wir freuen uns auch immer, wenn wir zu neuen Reisezielen recherchieren, Anhaltspunkte zu finden, mit was wir finanziell rechnen müssen.

Das Baltikum ist stellenweise sehr günstig zu bereisen. Viele Sehenswürdigkeiten sind in der Natur und die Parks oft kostenfrei zu besuchen. Auch die Campingplätze sind preislich absolut im Rahmen und durch den geringen Benzinverbrauch wird die Reisekasse ebenfalls gut geschont. Sicherlich wird es teurer, wenn man sich länger in einer der drei Hauptstädte, Tallinn, Riga oder Vilnius aufhält. Für Eintritte und weitere touristische Aktivitäten haben wir daher nur 70 Euro ausgeben müssen.

Der Flug von Berlin aus mit Ryanair war auf dieser Reise wirklich sehr günstig zu haben. Für Hin- und Rückflug haben wir 295 Euro bezahlt, dazu kamen noch einmal 108 Euro für die Bahntickets von Leipzig nach Berlin und zurück. Was unsere Mobilität auf dem Roadtrip durch das Baltikum anbelangt, so war der Mietwagen der teuerste Posten. Mit 400 Euro für zweieinhalb Wochen jedoch noch immer relativ preisgünstig. Da haben wir in Albanien mehr bezahlt. Durch die Buchung über den ADAC ist hier auch gleich eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung inkludiert gewesen.

Insgesamt sind wir knapp 4.900 Kilometer durch die drei baltischen Staaten gefahren und haben dabei insgesamt für 295 Euro für Benzin ausgegeben. Wir haben insgesamt siebenmal getankt und im Schnitt lag der Preis pro Liter Benzin bei 1,31 Euro.

Bordcomputer Ab Tanken Skoda Octavia
Dank niedriger Benzinverbräuche unseres Skodas haben wir unsere Reisekasse schonen können

Die Lebensmittelpreise liegen etwas höher als in Deutschland. So ist es uns allerdings bisher in jedem bereisten Land ergangen. Wir kochen auch auf unseren Roadtrips mit Zelt selbst und verwenden dafür unseren Trangia. Für Einkäufe von Lebensmitteln, etc. haben wir 355 Euro ausgegeben.

Was die Unterkünfte anbelangt, haben wir uns auf dieser Reise ausschließlich auf Campingplätze begrenzt und somit lediglich 255 Euro ausgegeben. Mit guten 15 Euro pro Nacht ein sehr guter Schnitt, insbesondere im Vergleich zu den Preisen beispielsweise in Kalifornien.

Bezahlt haben wir stets im Wechsel zwischen Kreditkarte und Bargeld. Vor allem die Campingplätze haben wir meist bar bezahlt und Tanken sowie größere Einkäufe gingen über unsere Kreditkarte. Flüge, Mietwagen sowie Bahntickets wurden ohnehin bereits im Voraus von zuhause aus gebucht.

Roadtrip durch das Baltikum – Unser Fazit

Uns haben die Tage in Lettland, Litauen und Estland sehr gut gefallen. Wir hatten die meiste Zeit sehr gutes Wetter und konnten unseren Roadtrip mit Zelt durch das Baltikum in vollen Zügen genießen. Wie das bei Roadtrips so ist, gewinnt man viele neue Eindrücke in recht kurzer Zeit. 18 Tage sind dabei eine gute Zeitspanne um auch alles verarbeiten zu können.

Besonders gut gefallen hat und die Abwechslung zwischen den Hauptstädten und den Nationalparks. Auf diese Weise konnten wir uns zwischen Stadtbummel und Wandern abwechseln. Sehenswürdigkeiten wie der breitestes Wasserfall Europas, der Ventas rumba in Kuldiga, oder der Berg der Kreuze in Litauen haben ebenfalls dazu beigetragen, dass wir unseren Roadtrip so schnell nicht vergessen haben. Die Campingplätze waren alle gut bis sehr gut und wir können das Zelt als Unterkunft auf jeden Fall weiterempfehlen um relativ naturnah zu übernachten und die Reisekasse zu schonen.

Insgesamt waren wir daher sehr positiv angetan von den drei baltischen Staaten und empfehlen seitdem den Besuch der drei Länder auch gerne weiter.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Oli

    Zur Grösse der Länder: Ich denke, dass jedes davon für sich alleine genug zu bieten hat, für einen Roadtrip von zwei Wochen. Ich war vor ein paar Jahren einmal zwei Wochen nur in Estland unterwegs und hatte es in der Zeit nicht geschafft, alles zu sehen, was mich interessierte.

    Was ich mich übrigens bei der Lekture gefragt habe: Wieso seid ihr mit dem Zelt unterwegs gewesen. Wir hatten damals in Estland auch viele Unterkünfte für wenig mehr als 20 Euro gesehen. Klar, das waren jetzt natürlich keine Topp-Hotels, aber mit einem Zelt hätten sie schon mithalten können…

    1. Christian

      Vielen Dank für deinen Kommentar. In der Tat kann man locker auch mehr als zwei Wochen in jedem der drei Länder für sich verbringen. Vor allem die vielen Nationalparks bieten hier einiges an Entdeckungspotential.

      Wir mögen es, mit dem Zelt zu verreisen und schätzen die gebotene Flexibilität und Spontanität mit dem netten Nebeneffekt, dass man nicht allzu viel für Übernachtungen ausgeben muss. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man in den eigenen Sachen schlafen kann und zumindest das ist bei Hotels, gerade im Budgetbereich, zuweilen Heikel was Sauberkeit, etc. anbelangt.

  2. Cornelia

    Ich glaube, das Baltikum wird als Reiseziel eindeutig unterschätzt! Zwar wäre Camping nicht so wirklich meins, aber so eine Rundreise mit Hotelübernachtungen hätte schon Charme.

    1. Christian

      Definitiv wird das Baltikum unterschätzt. Die meisten Touristen steuern vor allem die drei Hauptstädte an. Insbesondere Riga und Tallinn haben dann auch noch Gäste durch die Kreuzfahrtschiffe. Auch wir haben uns erst vor Ort so richtig überzeugen lassen, dass sich unser Besuch im Baltikum gelohnt hat.

  3. Tanja

    Lieber Christian,
    vielen Dank für diesen ausführlichen Überblick. Bei den Fotos habe ich gleich Lust wieder loszuziehen. Das Baltikum hat mich vor zwei Jahren wirklich begeistert und ich war sicher nicht das letzte Mal dort. Eine Reise mit dem Zelt stelle ich mir wirklich spannend vor.

    Viele Grüße
    Tanja

    1. Christian

      Hallo Tanja,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Das Baltikum haben wir auch ins Herz geschlossen und eventuell bietet sich zukünftig noch einmal die Gelegenheit dort vorbeizuschauen. Spannende Ziele gibt es noch reichlich und die Zeltplätze haben uns auch vollkommen überzeugen können.

      Liebe Grüße
      Christian

Schreibe einen Kommentar