Rundreise Albanien – Unser Fazit

Rundreise Albanien – Unser Fazit

Insgesamt zweieinhalb Wochen waren wir im Spätsommer 2018 auf dem Balkan, genauer gesagt in Albanien, unterwegs. Vor unserer Reise wurden wir von allen Seiten gewarnt, wie wir nur auf die Idee kommen nach Albanien zu reisen. Schonmal vorab, uns ist auf unserer Rundreise durch Albanien nichts passiert und wir sind wohlbehalten und mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Deutschland gekommen.

Wie auch auf unseren anderen Reisen, habe ich jeden Abend die Erlebnisse des Tages in meinem Reisetagebuch festgehalten, sodass ihr unsere jeweiligen Tage im Reisebericht Albanien nachlesen könnt.

Hier wollen wir euch nun unser Fazit geben zur Rundreise durch Albanien.

Rundreise Albanien – Die Anreise

Bezüglich der Art und Weise der Anreise auf den Balkan haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie ihr auch hier nachlesen könnt. Letztenendes hatten wir uns für das Flugzeug entschieden. Um noch am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub aufbrechen zu können, wollten wir direkt von Leipzig aus abfliegen.

Mit Austrian Airlines ging es vom Flughafen Leipzig nach Wien, wo wir nach kurzer Wartezeit weiter nach Tirana geflogen sind. Alles in allem waren wir nicht allzu lange unterwegs und können das Flugzeug sicherlich als sehr bequeme Anreisevariante empfehlen.

Propellermaschine von Austrian am Flughafen Leipzig. Rundreise Albanien beginnt.
Mit dem Propellerflugzeug ging es von Leipzig nach Wien

Rundreise Albanien – Die Route

Auch über mögliche Routen hatten wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Albanien an sich ist kein großes Land und wir gingen anfangs noch davon aus, dass wir in zweieinhalb Wochen sicherlich das ganze Land bereisen können. Doch die Infrastruktur ist marode und nicht überall auf modernem Stand. Somit kommt man nur langsam voran und wird nicht allzu viele Kilometer pro Tag abreißen können.

Daher entschieden wir uns, einen Bogen von Tirana aus in den Süden zu schlagen und im Landesinneren wieder zurück nach Tirana zu fahren.

Reiseroute Albanien
Unsere Reiseroute durch Albanien (Rot = Übernachtung, Blau = Besuch)

Wie auf der obigen Karte zu sehen, starteten wir in der Hauptstadt Tirana und folgten der Küste gen Süden. Erste Station war Vlora (Vlore) wo wir für einige Nächte Halt machten. Von dort aus besuchten wir unter anderem Berat, Apollonia und Amantia.

Den nächsten längeren Aufenthalt legten wir in Saranda, ganz im Süden Albaniens, ein. Von dort aus unternahmen wir Ausflüge nach Butrint, Syri i Kalter und Gjirokastra.

Von Saranda aus ging es dann ins Landesinnere. Vorbei an Gjirokastra ging es durch Permet und Korca an den Ohridsee. In Pogradec machten wir erneut Station um von dort die Umgebung näher kennenzulernen. Unter anderem besuchten wir Korca, Elbasan und die Gegend um den Ohridsee.

Zuletzt haben wir dann noch einige Tage in der Hauptstadt Tirana verbracht. Neben der Besichtigung der Stadt sind wir jedoch auch noch einmal an die Küste gefahren und haben das Kap Rodonit erkundet.

Alles in allem sind wir auf dieser Route insgesamt 2.080 Kilometer gefahren, was sehr gut zu unserem Reisezeitraum gepasst hatte. Bis auf einen Tag, waren es im Grunde keine reinen Fahrtage.

Rundreise Albanien – Mietwagen und Tanken

Aufgrund der Straßenzustände hatten wir uns von vornherein für einen SUV entschieden. Man konnte bei Europcar direkt die Kategorie Dacia Duster buchen. Sicherlich nicht das komfortabelste Auto, aber mit hoher Bodenfreiheit, ausreichend Platz und der Chance auf einen Allradantrieb versehen, nicht die schlechteste Wahl.

Weißer Dacia Duster in Albanien
Unser Duster bei Amantia

Und in der Tat erhielten wir einen Duster mit Dieselmotor und Allradantrieb. Damit waren wir top ausgerüstet für die Erkundung Albaniens und konnten auch mal die ein oder andere schlechte Straße nehmen. Vieles lässt sich aber auch mit dem normalen PKW erkunden, die hohe Bodenfreiheit beruhigt angesichts der vielen und tiefen Schlaglöcher aber doch ungemein.

Dank Dieselmotor und niedrigen Geschwindigkeiten hielt sich auch der Verbrauch im Zaum. Im Schnitt hatte der Duster lediglich 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer benötigt. Tanken ist in Albanien ebenfalls kein Thema. Meist übernimmt es der Tankwart für einen. Diese helfen auch gerne, wenn man beispielsweise die Reifen aufpumpen möchte. Wir hatten dennoch lediglich bei den großen Tankstellen in den Städten getankt und kleine Dorftankstellen gemieden. Reichweiten von deutlich über 1000 Kilometern mit einer Tankfüllung waren die Regel. Dementsprechend selten haben wir tanken müssen.

Rundreise Albanien – Unterkünfte

Eigentlich bevorzugen Pauline und ich das Zelt als Unterkunft auf unseren Reisen. Es bietet die größte Flexibilität bei recht niedrigen Preisen für Übernachtungen. Man ist häufig näher an der Natur und weiß, worin man die Nacht verbringen wird. Mit guter Ausrüstung ausgestattet, ist es auch recht bequem.

In Albanien waren wir uns nicht sicher, was uns bezüglich Campingmöglichkeiten erwarten würde, sodass wir uns gegen das Zelt entschieden. Die Preise für Apartments, welche wir schon von Deutschland aus gebucht hatten, waren nicht wirklich hoch.

Blick auf die albanische Küstenstadt Saranda.
Blick auf Saranda von unserem Apartment aus

Generell waren wir mit den Unterkünften sehr zufrieden. Im Grunde haben wir in jedem Apartment, bis auf dem in Pogradec, ein Upgrade bekommen. Der Blick von Balkon oder Terrasse war immer sehr gut und auch die Betten und Küchen sehr angenehm.

Wir würden Albanien durchaus wieder auf diese Weise bereisen, haben aber im Nachhinein auf einigen Blogs auch von tollen Campingmöglichkeiten gelesen.

Rundreise Albanien – Sehenswürdigkeiten

Auch das war natürlich völlig fremd für uns, bevor wir begannen uns über Land und Leute zu informieren. Was hat das kleine Land am Balkan zu bieten, was können wir uns ansehen? Dank Reiseführer und Blogbeiträgen merkten wir schnell, dass es genug zu erleben gibt um unsere zweieinhalb Wochen gut zu füllen.

Albanien bietet seinen Besuchern hier in der Tat eine große Bandbreite an Sehenswürdigkeiten. Unsere Top 10 Liste der Sehenswürdigkeiten Albaniens zeigt euch unsere ganz persönlichen Highlights auf. Von der Erkundung der Altstädte Berats oder Gjirokastras, über die Mittelmeerküste mit ihren Stränden und Klippen, aber auch UNESCO-Welterbestätte Butrint, bis hin zu Nationalparks im Landesinneren hat man die Qual der Wahl.

Festhalten lässt sich jedoch, dass die Sehenswürdigkeiten durchaus auch etwas Entdeckersinn benötigen, da sie nicht immer betreut und aufbereitet vorzufinden sind. Lediglich Butrint ist vergleichbar mit archäölogischen Stätten wie man sie aus Griechenland oder Italien her kennt.

Antikes Stadion der archäologischen Stätte Amantia
Antikes Stadion Amantia – Entdeckung auf eigene Faust

Rundreise Albanien – Unsere Ausgaben

Unserer Meinung nach sind die Kosten für eine solche Reise sehr individuell. Jeder Reisende legt andere Schwerpunkte, dennoch wollen wir mit der folgenden Aufstellung einen kleinen Einblick geben. Wir freuen uns auch immer, wenn wir zu neuen Reisezielen recherchieren, Anhaltspunkte zu finden, mit was wir finanziell rechnen müssen.

Albanien ist in einigen Punkten ein sehr günstiges Reiseziel. Essen im Restaurant, Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte sind sehr günstig zu haben. Für unsere Apartments hatten wir im Schnitt weniger als 30€ pro Nacht bezahlt. Für 15 Euro ist bereits ein Menü für zwei Personen inklusive Getränken zu haben und die Eintritte, beispielsweise in die Burg Berat, liegen bei unter 5€.

Auf der anderen Seite ist der Flug nicht ganz günstig, allzu viele Airlines fliegen auch nicht nach Tirana. Austrian ist hier eine gute Möglichkeit von Wien aus dorthin zu kommen. Wir haben für den Flug circa 470€ bezahlt. Auch die Preise für den Mietwagen sind nicht zu verachten. Unser Duster kostete uns mit guter Vollkaskoversicherung knapp 525€.

Überrascht waren wir von den Preise für Lebensmittel. Obst und Gemüse, wie auch Brot auf den Märkten oder kleinen Läden ist günstiger als in Deutschland. Importierte Lebensmittel oder Waren aus Italien liegen im Preis deutlich darüber. Auch die Preise für Benzin und Diesel überraschten uns. Denn auch diese ähneln unserem Preisniveau recht stark. Für Einkäufe, Diesel haben wir circa 400€ benötigt.

Bezahlt haben wir meist mit Bargeld, da Kartenzahlung oder Kreditkartenzahlung nicht überall angeboten wird. Wir haben immer wieder Bargeld an Automaten abgehoben und das restliche Geld am Ende des Urlaubs zurück in Euro getauscht. Das ist wichtig, da man albanische Lek nur in Albanien wechseln kann.

Rundreise Albanien – Unser Fazit

Alles in allem hat uns unsere Rundreise durch Albanien sehr gut gefallen. Wir bereuen es nicht, das kleine Land am Balkan besucht zu haben. Es war eine gute Mischung aus Erholung, vor allem auf den Balkonen unserer Apartments, aber auch aus Abenteuer. Beispielsweise, wenn wir wieder mal mit dem Duster kleine Schotterstraßen in Nationalparks befuhren, auf Burgmauern kletterten oder versteckte antike Stätten ausfindig machten.

In Albanien fühlt man sich ein wenig in der Zeit zurückversetzt. Große Supermarktketten gibt es noch nicht flächendeckend, die Autos sind meist alt, die Infrastruktur oft marode und die Sehenswürdigkeiten wenig touristisch erschlossen. Dafür wird man nicht an jeder Ecke auf andere Touristen bzw. Reisende treffen und kann sich, zumindest ein wenig, wie in einem kleinen Abenteuer fühlen. Und wo sonst ist das in Europa noch auf diese Weise möglich, wenn nicht auf dem Balkan.

Sicherlich wird sich der Tourismus in Albanien auch in den nächsten Jahren weiterentwickeln und wir wünschen dem Land alles Gute für seine Zukunft und kommen sicherlich in einigen Jahren erneut. Alleine schon um zu sehen, wie es sich bis dahin verändert hat.

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