Roadtrip Baltikum Tag 1: Von Leipzig nach Berlin nach Riga

Roadtrip Baltikum Tag 1: Von Leipzig nach Berlin nach Riga

Mit dem Zug zum Flug

Unsere Reise nach Albanien im letzten Jahr lag noch gar nicht so lange zurück, da hieß es für uns schon wieder Koffer packen. Doch diesmal sollte es nicht in den Süden gehen, sondern in den Nordosten. Genauer gesagt für einen Roadtrip ins Baltikum.

Diese Region hatten wir auf der Messe Touristik und Caravaning in Leipzig Ende 2018 entdeckt und wurden dank einem Flyer mit eingezeichneten Campingplätzen darauf aufmerksam. Kurzerhand beschlossen wir, das Baltikum mit Zelt und Mietwagen in Form eines Roadtrips zu bereisen.

Am Vorabend hatten wir bereits all unser Gepäck vorbereitet und uns zeitig schlafen gelegt. Eine kurze und unzuhige Nacht später konnten wir dann endlich los. Halb sechs in der Früh ging unser Zug zum Leipziger Hauptbahnhof, wo wir in den ICE nach Berlin umstiegen.

Wie angekündigt benötigten wir aufgrund einiger Baustellen etwas länger als normalerweise von Leipzig nach Berlin, sodass wir am Berliner Hauptbahnhof ganz schön rennen mussten um die S-Bahn zum Flughafen Schönefeld noch rechtzeitig zu erwischen. Mit vollem Gepäck und der unhandlich zu tragenden Ortlieb-Tasche gar nicht so einfach.

Die Bahn war äußerst voll und wir froh, als wir endlich unser Gepäck am Check-In aufgeben konnten.

Mit dem Flugzeug von Berlin Schönefeld nach Riga

Unseren Wanderrucksack wollten wir eigentlich noch einfolieren lassen, doch am Berliner Flughafen gab es diese Möglichkeit leider nicht. An der Sicherheitskontrolle wurde meine Kamera auf Sprengstoff getestet und dann standen wir endlich am Gate von Ryanair. Der Abflug verzögerte sich um 15 – 20 Minuten. 

Im Flieger konnten wir erfolgreich Plätze tauschen, sodass wir nebeneinander und ich auch am Rand sitzen konnten. Immer praktisch für meine Beine. Bis auf eine viel zu kalt eingestellte Klimaanlage war es ein ruhiger Flug. Ich konnte etwas dösen und Pauli Serie schauen. Kaum 1,5 Stunden später waren wir auch schon in Riga gelandet.

Ryanair Flugzeug am Flughafen
Endlich in Riga gelandet

Roadtrip Baltikum beginnt

Bei AVIS in der Ankunftshalle bekamen wir den Schlüssel für unseren Mietwagen, welchen wir auf einem etwas entfernten Parkplatz entgegennehmen sollten. Ein Skoda Octavia ist es geworden. Nicht die schlechteste Option, denn der sollte auf jeden Fall ausreichend Platz für unser Gepäck bieten.

Am Parkplatz erkannten wir dann auch den silbernen Octavia und zusammen mit einem Mitarbeiter von AVIS wurde das Fahrzeug begutachtet und auf eventuelle Schäden geprüft. Service wäre in 1.800 Kilometern fällig, aber wir sollten einfach fahren und das ignorieren. Nachdem die Formalitäten erledigt waren und unser Gepäck im Kofferraum verstaut wurde, konnte unser Roadtrip durchs Baltikum endlich so richtig losgehen.

Silberner Skoda Octavia von AVIS am Flughafen in Riga für den Baltikum Roadtrip
Unser Mietwagen von AVIS, ein Skoda Octavia

Unser erstes Ziel war ein Rimi Hipermarket im nahegelegenen Einkaufszentrum wo wir uns mit ersten Vorräten eindecken wollten. Wir waren dabei ganz angetan von der großen Auswahl an Brot und Gebäck sowie Keksen. Passende Gaskartuschen für unseren Trangia mit Gaskocher gab es leider nicht, sodass wir diese in einem Baumarkt holen mussten. Glücklicherweise war ein Depo nicht weit entfernt. 

Nachdem das alles eingekauft war gab es einen Mittagssnack am Parkplatz und dann ging es los in Richtung Norden. Unser Ziel war der Campingplatz in Melnsils nicht weit von Kap Kolka.

Anfangs ging es an Jurmala vorbei und dann ist es einsam geworden. Lange Geraden durch Wälder, wenig Autos und langsam fahren war angesagt. Immer wieder waren Blitzer am Straßenrand, dafür aber auch der Verbrauch sehr niedrig. Unglaubliche 4,5 Liter auf 100 Kilometer zeigte uns der Bordcomputer an.

Auf den letzten Kilometern vor dem Campingplatz machte sich dann langsam die Müdigkeit bemerkbar, aber wir haben es geschafft.

Camping in Melnsils und Sonnenuntergang am Kap Kolka

Die großzügig angelegte Zeltwiese in Melnsils hat uns sehr gut gefallen. Bis auf einige Camper mit Wohnmobilen war nichts los und wir hatten freie Platzwahl für unser Zelt. Es gab auch rustikale Holzfässer als Übernachtungsmöglichkeit mit Blick auf die Ostsee, aber die sprachen uns weniger an. Näheres zum Campingplatz könnt ihr in unserem Erfahrungsbericht nachlesen.

Fix war unser Zelt aufgebaut und wir kochten uns Nudeln auf dem Campingkocher. Leider hatten wir im Rimi Tomatensoße mit Tomatenmark verwechselt. Die Soße war also weniger flüssig als erhofft.

Nach dem Abendessen sind wir noch zum nicht weit entfernten Kap Kolka gefahren und zum Strand spaziert. Erst ging es noch ein wenig vom Parkplatz durch den Wald bis man dann am Strand entlang gehen konnte. Der Sonnenuntergang war wirklich schön anzusehen und bis auf uns war niemand weiter hier.

Zurück am Zeltplatz saßen wir in der offenen Rezeptionshütte, die urige Bar hatte leider geschlossen, aber wir konnten dort auf den Holzbänken sitzen und Tagebuch schreiben. Ende Mai waren die Nächte schon kurz. Gegen 11 Uhr war es immer noch relativ hell, für einen Urlaub mit Zelt ziemlich praktisch, dachten wir da noch. Doch ob wir am Ende unseres Roadtrip durchs Baltikum davon noch begeistert sein würden?

Gefahrene Kilometer: 189

Kosten Camping Melnsils: 14,00 €

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